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Frankreich: Ökonomen sehen wachsende Risiken bei den Staatsschulden

Ulrike Neyer von der Universität Düsseldorf hält die Schuldenkrise in Frankreich für sehr ernst. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht vor allem langfristige Probleme. Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Krise nennt er übertrieben. Beide äußerten sich gegenüber der „Rheinischen Post“.

tixio - Nachrichten · 08.10.2026 · 00:21 Uhr

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Mehrere Ökonomen warnen vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Frankreich. Das berichtet die „Rheinische Post“ in ihrer Donnerstagausgabe. Die Einschätzungen der beiden Befragten unterscheiden sich allerdings darin, wie nah eine Zuspitzung ist.

Ulrike Neyer, Ökonomin an der Universität Düsseldorf, sagte der Zeitung: „Die Schuldenkrise in Frankreich ist sehr ernst.“ Sie beschreibt die Lage als dramatisches Zusammentreffen mehrerer Faktoren: hohe Schulden, eine extrem angespannte Haushaltslage, kaum Wirtschaftswachstum und politische Instabilität. Dieses Zusammenspiel lasse das Vertrauen der Anleger in französische Staatsanleihen deutlich sinken.

Nach Neyers Einschätzung ist Frankreich derzeit das größte Problem im Euroraum. Griechenland und Italien hätten zwar noch höhere Schuldenquoten. Griechenland erwirtschafte inzwischen aber Haushaltsüberschüsse, und Italien habe sein Defizit auf rund drei Prozent gesenkt. In Frankreich komme die instabile politische Lage hinzu, eine Besserung sei nicht in Sicht.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, richtet den Blick vor allem auf langfristige Probleme. Die größere Sorge sei heute ein Teufelskreis, sagte er der Zeitung. Steigende Schulden und politische Lähmung schwächten demnach das Vertrauen in die staatlichen Institutionen weiter und trieben dadurch die Zinsen nach oben.

Die Folge seien eine schwächere Wirtschaft und eine wachsende Gefahr einer Rezession. Dadurch nähmen Defizite und Schulden noch stärker zu. Auf lange Sicht könne diese Dynamik in eine Schuldenkrise münden, so Fratzscher.

Aus diesem Grund hält er einen Kurswechsel in der französischen Finanzpolitik für dringend notwendig. Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Schuldenkrise in Frankreich seien nach seiner Einschätzung dagegen übertrieben.

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