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Gladbach nach Rheinderby-Niederlage in Köln unter Druck

Nach der 1:2-Niederlage beim 1. FC Köln sind bei Borussia Mönchengladbach Ausschreitungen eigener Fans und sportliche Sorgen in den Vordergrund getreten. Sportchef Rouven Schröder und Geschäftsführer Markus Aretz verurteilten das Verhalten der Anhänger, Trainer Alexander Blessin lobte den Einsatz seiner Mannschaft. Lothar Matthäus sieht den Klub bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf.

WELT · 12.10.2026 · 09:29 Uhr

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Borussia Mönchengladbach taumelt weiter durch die Bundesliga und steckt auch neben dem Platz in großen Problemen. Statt der erhofften Wende brachte das rheinische Derby beim 1. FC Köln den nächsten Tiefpunkt in einer bisher komplett verkorksten Saison. Der Tabellenletzte verlor 1:2.

Nach dem Abpfiff schallte den Spielern der ganze Frust der eigenen Anhänger vor dem Gästeblock entgegen. Zuvor hatten einige Gladbacher Fans Leuchtraketen gezündet, die teilweise auf die Tribüne mit Kölner Anhängern flogen. Hinzu kam eine Prügelei auf den Rängen, die auch den eigenen Sportchef schockierte.

Rouven Schröder äußerte sich deutlich. Als Familienvater wolle er keine Böller durch die Kurven fliegen sehen, bei denen er das Gefühl habe, am ehesten getroffen werden zu können. Ein solches Verhalten gehöre sich einfach nicht.

Geschäftsführer Markus Aretz verurteilte das Verhalten der eigenen Anhänger ebenfalls scharf. Das Werfen von Böllern und das Abschießen von Raketen mit der damit verbundenen Gefährdung von Menschen seien absolute No-Gos und ein enttäuschendes Verhalten, das nicht dem Bild entspreche, das der Verein abgeben wolle. Sollte sich jemand verletzt haben, entschuldige sich der Klub bereits jetzt.

Im Oberrang des Kölner Stadions gerieten Anhänger am Gästeblock nach dem Siegtreffer zum 2:1 durch Saïd El Mala in der 67. Minute aneinander. Gladbach-Fans lösten Plexiglasschutzscheiben zwischen den Blöcken aus der Verankerung und prügelten sich minutenlang mit Kölnern. Dann schritt die Polizei ein, Schiedsrichter Florian Badstübner unterbrach die Partie kurz.

Sportlich sah Schröder trotz der fünften Niederlage im fünften Ligaspiel beim Debüt von Trainer Alexander Blessin Fortschritte. Die Mannschaft sei sehr gut eingestellt und vorbereitet gewesen, sagte der 50-Jährige. Mittelfeldspieler Philipp Sander erklärte, gerade diese Leistung gebe ihm Mut, auch wenn das in Gladbach derzeit niemand hören wolle.

Nach Darstellung des Berichts wirkte Gladbach defensiv etwas stabiler als zuletzt und kassierte erstmals in dieser Saison weniger als drei Gegentore. Zugleich reichte den Kölnern, denen zwei zentrale Stürmer fehlten, ein allenfalls durchschnittlicher Auftritt zum Sieg. Individuelle Fehler in der Abwehr und zahlreiche falsche Entscheidungen Gladbachs bei aussichtsreichen Angriffen begünstigten dies.

Blessin lobte vor allem den Einsatz seiner Mannschaft. Er habe eine Mannschaft gesehen, die gelebt und bis in die Nachspielzeit (90 + 7) alles investiert habe. Obwohl den Spielern vom eigenen Anhang Unmut entgegenschlug, brachte der 53-Jährige sie dazu, länger vor dem Gästeblock zu bleiben, um zu zeigen, dass die Mannschaft alles gegeben hatte.

Blessin zeigte sich überzeugt, dass Punkte kommen werden, wenn die Mannschaft so weiterarbeite. Sander sagte, es warte viel Arbeit, er glaube aber an die Mannschaft. Gladbach werde in den nächsten Wochen eine Entwicklung nehmen und Punkte einfahren.

Unter Zeitdruck steht die Borussia schon jetzt: Verliert sie auch in der kommenden Woche gegen den Tabellenvorletzten TSG Hoffenheim, könnte der Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen früh in der Saison groß werden. Aktuell liegt Hoffenheim drei Punkte vor Gladbach.

Lothar Matthäus, der von 1979 bis 1984 für Borussia spielte, sieht seinen ehemaligen Klub in großer Not. In der Sendung Sky90 sagte er, Mönchengladbach werde in diesem Jahr nicht nur bis zum 20. oder 25. Spieltag gegen den Abstieg spielen, sondern bis zum letzten Spieltag.

Matthäus sagte außerdem, wer nach drei oder vier Spieltagen einen Trainer auswechseln müsse, habe natürlich schlechte Ergebnisse. Dazu komme ein Neuanfang, der nicht von einem Tag auf den anderen funktionieren könne.

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