Nach 3:4 gegen Leverkusen: Posch sieht bei Mainz 05 zu viele Gegentore
Nach der 3:4-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen sieht Abwehrspieler Stefan Posch bei Mainz 05 vor allem Abstimmungsprobleme und individuelle Fehler. Auch Sportdirektor Niko Bungert hält die Zahl der Gegentore für zu hoch. Die Mainzer warten zudem seit dem 22. März auf einen Bundesliga-Heimsieg.

Der 1. FSV Mainz 05 ist solide in die Bundesliga-Saison gestartet. Nach der Länderspielpause unterlag die Mannschaft jedoch mit 3:4 gegen Bayer Leverkusen. Besonders kritisch sehen die Rheinhessen die Zahl der Gegentore.
Das 3:4 im ersten Bundesliga-Spiel nach der Länderspielpause war für neutrale Zuschauer ein spektakuläres Spiel. Für Mainz 05 ist die anfällige Defensive dagegen zunehmend ein Grund zur Sorge.
Der österreichische Abwehrspieler Stefan Posch sagte einen Tag nach der Heimniederlage im Interview mit SWR Sport, die Abstimmung stimme nicht immer hundertprozentig. Das liege nicht nur an der Abwehr, sondern häufig am mannschaftlichen Verteidigen und an der Kompaktheit. Die Mannschaft gestalte das Spiel zu offen und kassiere zu viele Gegentore.
Posch äußerte sich auch zum Spielverlauf: Dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit das Spiel wieder aus der Hand gegeben habe, schmerze ihn. Zuvor lag Mainz früh mit zwei Toren zurück, konnte durch einen Doppelpack von Anthony Caci vor der Pause aber auf 2:2 ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel verlor das Team erneut den Zugriff und letztlich auch die Partie.
Posch forderte, die individuellen Fehler abzustellen. In der Bundesliga werde jede Kleinigkeit bestraft, so seine Einschätzung.
In den vergangenen drei Bundesliga-Partien kassierte Mainz drei Gegentore gegen Eintracht Frankfurt, drei bei Borussia Mönchengladbach und vier gegen Bayer Leverkusen, insgesamt also zehn. Nach einem Saisonstart mit zwei Partien ohne Gegentor, einem 0:0 gegen Paderborn und einem 5:0 gegen den Hamburger SV, ist die defensive Stabilität dem Team verloren gegangen.
Sportdirektor Niko Bungert bezeichnete die Gesamtzahl der Gegentore als zu hoch. Dies entspreche nicht den eigenen Vorstellungen, denn die Mannschaft verstehe sich eigentlich darüber, hinten sicher zu stehen und wenig Gegentore zuzulassen. Ähnlich äußerte sich nach der Partie gegen Leverkusen auch Eric Martel.
In der Länderspielpause waren nahezu alle Abwehrspieler unterwegs, weshalb Trainer Urs Fischer kaum an den Defiziten arbeiten konnte. Fischer sagte, er könne es sich einfach machen und diesen Umstand als Ausrede nutzen. Es wäre aber falsch, die Schwächen auf die Nationalmannschaftspause zurückzuführen.
Neben den Gegentoren hat Mainz auch im eigenen Stadion Probleme: Seit dem 22. März, dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt, wartet das Team auf einen Bundesliga-Heimsieg. Posch sagte, man wolle auch zu Hause gewinnen, es sei nun wirklich Zeit dafür.
Den nächsten Anlauf auf einen Heimsieg unternimmt Mainz am 24. Oktober um 15:30 Uhr gegen Werder Bremen.
Davor steht am Samstag, 17. Oktober, um 15:30 Uhr ein Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 an. Bis dahin bleibe genug Gelegenheit, an der Abstimmung in der Defensive zu arbeiten und Selbstvertrauen zu gewinnen.