Gladbach nach 1:2 in Köln weiter ohne Punkt: Blessin mit vielen Baustellen
Beim 1:2 im rheinischen Derby beim 1. FC Köln hat Borussia Mönchengladbach auch im ersten Bundesligaspiel unter Trainer Alexander Blessin verloren. Nach fünf Spieltagen steht der Klub ohne Punkt am Tabellenende. Ein Bericht von tagesschau auf Basis von Eindrücken eines WDR-Reporters sieht Probleme in der Defensive, im Umschaltspiel und im Angriff.

Alexander Blessin hat bei seinem Debüt als Gladbach-Trainer in der Bundesliga die Wende nicht geschafft. Borussia Mönchengladbach unterlag im rheinischen Derby beim 1. FC Köln mit 1:2. Blessin hatte den Posten von Eugen Polanski übernommen, der nach drei Niederlagen entlassen worden war. Wie tagesschau unter Berufung auf Eindrücke des WDR-Reporters berichtet, bleiben dem neuen Coach in nahezu allen Mannschaftsteilen Probleme.
Nach elf Minuten jubelte Blessin an der Seitenlinie ausgelassen, obwohl es noch 0:0 stand. Anlass war eine Grätsche von Florian Neuhaus im eigenen Strafraum, mit der dieser eine gefährliche Situation bereinigte. In seiner Antrittsrede vor der Mannschaft hatte der Trainer verlangt, dass sich jeder Spieler in jeder Sekunde an der Defensivarbeit beteiligt; er bezeichnete das als eisernes Gesetz. Viele andere Vorgaben kamen laut dem Bericht jedoch nicht an, und zwar in allen Mannschaftsteilen, vom Torwart Moritz Nicolas bis zum Mittelstürmer Isac Lidberg.
Gladbach ist nach fünf Spieltagen punktlos Tabellenletzter. Der Bericht rechnet damit, dass der Abstiegskampf noch einen großen Teil der Saison oder sogar die gesamte Spielzeit 2026/27 andauern könnte.
Die Schwierigkeiten begannen demnach erneut in der Abwehr. Nicolas, der in der Vorsaison in 13 Spielen ohne Gegentor geblieben war und als einer der besten Torhüter der Liga galt, wirke derzeit unsicher im Strafraum und komme kaum noch aus seinem Tor heraus. Er hat nach fünf Partien bereits 18 Gegentreffer kassiert, fünf davon aus großer Distanz, darunter die Tore von Isak Jóhannesson und Said El Mala. Bei Gegentoren nach gegnerischen Standards ist Gladbach ebenfalls Schlusslicht der Liga: Jóhannesson traf nach einem von Lidberg unzureichend geklärten Freistoß, es war bereits das fünfte Gegentor nach einem ruhenden Ball.
Blessin führte in Gladbach wieder die Dreierkette ein, die Manager Rouven Schröder seinem Vorgänger Polanski eigentlich untersagt hatte. Auch mit drei Innenverteidigern stimmten die Abstände zu den Gegenspielern laut Bericht häufig nicht. Köln kam zu zwölf Flanken und 19 Torschüssen, allein acht davon gab El Mala ab. In den direkten Duellen mit dem Neu-Nationalspieler zeigte sich nach dieser Einschätzung das Tempoproblem der Gladbacher, besonders bei Daiki Hashioka, der über weite Strecken überfordert gewesen sei.
An der Einstellung habe es diesmal nicht gelegen, heißt es weiter. Die zweite Kernforderung Blessins, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten und den Abschluss zu suchen, blieb aber zu oft unerfüllt. Auf der linken Seite blieben Lukas Ullrich und Robin Hack wiederholt hängen. Rechts kam Joe Scally, der zwischenzeitlich per Kopf zum Ausgleich traf, mehrfach bis zur Kölner Grundlinie durch. Seine Hereingaben seien aber entweder ins Leere gegangen oder für Köln einfach zu verteidigen gewesen, weil Genauigkeit oder Schärfe fehlten.
Auch das zentrale Mittelfeld, das Blessin mit Philipp Sander als „Holding Six“ und Neuhaus als Kreativspieler besetzte, lieferte dem Bericht zufolge über die gesamte Partie zu wenig Überraschungsmomente und Torgefahr. Neuhaus unterlief zudem der entscheidende Ballverlust vor dem Konter, den El Mala zum Siegtreffer nutzte. Mittelstürmer Lidberg war weitgehend isoliert und kam nur auf 22 Ballkontakte, sein Torwart Nicolas kam mit 46 auf mehr als das Doppelte.
Einige Aspekte können den seit Jahren gebeutelten Gladbacher Anhängern dennoch Hoffnung machen, so der Bericht. Neben dem großen Einsatz des gesamten Teams bis zum Abpfiff habe die Mannschaft beim Laufpensum zwei Kilometer mehr zurückgelegt als Köln. Zudem hätten junge Einwechselspieler für Druck gesorgt: Der Japaner Zento Uno habe sich für die Startelf empfohlen, Fritz Fleck sei bei seinem Bundesligadebüt aufgefallen, und auch Wael Mohya habe seine Mitspieler mitgerissen.
Weiter geht es für Gladbach am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 17.30 Uhr. Dann trifft der Tabellen-18. auf die TSG Hoffenheim, die derzeit Platz 17 belegt. Der WDR überträgt die Partie live in der Radio-Reportage. Einige gute Ansätze reichen in diesem Kellerduell laut dem Bericht nicht aus.