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Düsseldorfer wegen Namensverwechslung in Strafverfahren hineingezogen

Ein 22-jähriger Düsseldorfer war nach eigenen Angaben nie straffällig, erhielt aber einen Strafbefehl über 6.000 Euro. Erst auf eine Anfrage des WDR entschuldigte sich die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und erklärte, der Fehler sei im System korrigiert worden.

tagesschau · 12.10.2026 · 16:52 Uhr

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Ein 22-jähriger Düsseldorfer, der im Bericht Samir M. genannt wird und nicht so heißt, war nach eigenen Angaben nie straffällig und hat keine Vorstrafen. Dennoch muss er sich immer wieder gegen Forderungen und Schreiben der Justiz zur Wehr setzen.

Ende Juni landete ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf in seinem Briefkasten, dem zufolge er 6.000 Euro zahlen soll. Es handelt sich um einen Strafbefehl über diese Summe.

Samir M. zeigte sich zunächst geschockt und verwirrt, ebenso seine Eltern. Für ihn ergibt das alles keinen Sinn, zumal er bereits zuvor Post von Behörden erhalten hatte.

Den Anfang machte bereits ein Jahr zuvor ein Anhörungsbogen der Polizei. Dem Bericht zufolge soll er eine Frau mit einer Lachgaskartusche verletzt haben. Die Sache ließ sich schnell aufklären.

Seitdem erhält er jedoch immer wieder Post der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und vom Gericht.

Offenbar gibt es einen Namensvetter, der ebenfalls in Düsseldorf lebt und in mindestens fünf Verfahren entweder als Beschuldigter oder als Geschädigter auftaucht.

Samir M. kann belegen, dass er während relevanter Zeiträume nicht in Deutschland war. Im vergangenen Jahr hielt er sich drei Monate in Marokko auf, was sein Reisepass mit Ein- und Ausreisestempeln belegt.

Die Familie legte mithilfe eines Freundes Einspruch gegen den Strafbefehl über 6.000 Euro ein. Samir M. beschaffte sich zudem einen Auszug aus dem Melderegister. Tatsächlich gibt es in Düsseldorf einen weiteren Samir M., der an einer anderen Adresse wohnt und sieben Jahre älter ist als er.

Wie die Behörden die beiden Männer verwechseln konnten, bleibt für die Familie rätselhaft. Samir M. empfindet es als sehr frustrierend und beängstigend, als unschuldige Person plötzlich in ein Verfahren hineingezogen zu werden, bei dem viel auf dem Spiel steht.

Für ihn bedeutet die Verwechslung viel Ärger und Arbeit. Hinzu kommt die Sorge, dass ihm später etwas anhaften könnte, das ihm Probleme bereitet. Inzwischen hat er eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass er nicht die straffällige Person ist.

Erst auf eine Anfrage des WDR entschuldigte sich die Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Sie erklärte, der Fehler sei im System inzwischen korrigiert worden. Nach den Erkenntnissen der Behörde wurde in den betreffenden Verfahren offenbar zu einem früheren Zeitpunkt versehentlich eine Anschrift im System hinterlegt.

Wie es zu dem Fehler kommen konnte, beantwortete die Staatsanwaltschaft nicht. Samir M. zeigt Verständnis dafür, dass Menschen Fehler machen, betont aber, ein solcher Fehler sollte eigentlich nicht passieren. Er hofft, dass dies künftig besser geregelt wird.

Kurz darauf bestätigte ihm die Staatsanwaltschaft schriftlich, dass der Fehler im System behoben wurde. Darauf hatte er lange gewartet.

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