Blessin pfeift Gladbach-Spieler nach Derby-Pleite zu den Fans zurück
Nach der 1:2-Niederlage im Derby gegen Köln hat Gladbachs Trainer Alexander Blessin seine Spieler zurückgepfiffen und angewiesen, sich den Anhängern zu stellen. Blessin selbst ging allein zur Werbebande und sprach mit den Fans; die Mannschaft erhielt danach versöhnlichen Beifall von den Tribünen.

Nach Spielende suchte die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach den Kontakt zu den mitgereisten Anhängern und traf dort auf eine stark frustrierte Stimmung nach der 1:2-Niederlage im Derby gegen Köln am Sonntag.
Mehrere Profis, darunter Shuto Machino, David Herold, Joe Scally und Fritz Fleck, wollten angesichts der aufgeladenen Atmosphäre sofort in die Kabine gehen. Der neue Trainer Alexander Blessin griff jedoch energisch ein, rief seine Spieler mit lauten Kommandos zurück und wies sie an, wieder auf die Fans zuzugehen.
Blessin ging selbst als Vorbild voran bis zur Werbebande und sprach dort mit den Anhängern. Einige von ihnen waren auf den Zaun gestiegen, um die Mannschaft in Schutz zu nehmen.
Wie rp-online.de berichtet, erklärte Blessin im Anschluss, die Fans dürften sehr enttäuscht sein. Die Mannschaft müsse Haltung zeigen und stehen bleiben, auch wenn ein Teil der Fans sich gewünscht habe, dass sie weggehen. Er habe jedoch gesagt, dass man das gemeinsam durchstehe.
Für Blessin war die Geste eine Frage der Prinzipien. Er lobte, die Mannschaft habe sich mit allem eingebracht, und man müsse das bei aller Frustration anerkennen. Sein Ziel sei ein unmissverständliches Signal gewesen, dass die Spieler sich voll reingehängt hatten.
Nach Darstellung des Berichts erhielt die Mannschaft am Ende versöhnlichen Beifall von den Tribünen.
Die Statistik des 101. Bundesliga-Rheinderbys stützt laut dem Bericht Blessins Einschätzung. Gladbach legte zwei Kilometer mehr zurück als der Gegner und kam auf 52 Prozent Ballbesitz. Auch die Expected Goals (1,17 für Gladbach, 1,32 für Köln) und das Torschussverhältnis von 16:19 sprechen für eine ausgeglichene Begegnung.
Als gewaltigen Schwachpunkt nennt der Bericht die Zweikampfbilanz von nur 39 Prozent. Blessin hob zwar die gute Stabilität gegen den Ball und die kaum zugelassenen Chancen hervor, musste sich aber auch mit den chronischen Problemen der Gladbacher auseinandersetzen.
Der Kölner Führungstreffer resultierte aus einem Standard. Dem Siegtor von Said El Mala ging ein folgenschwerer Fehlpass von Florian Neuhaus voraus. Derartige persönliche Fehler und eine mangelhafte Urteilsfindung sieht der Bericht als wiederkehrendes Muster in der bisherigen Saison der Borussia.
Vor dem Pausenpfiff reagierte die Elf durch Joe Scally auf den Kölner Führungstreffer. Nach dem Wiederanpfiff nutzte Köln jedoch eine schwächere Phase der Gladbacher konsequent aus.
In der Schlussphase hatten Hugo Bolin und Zento Uno noch Chancen auf den Ausgleich, doch die Niederlage ließ sich nicht mehr verhindern. Es war die fünfte Pleite im fünften Saisonspiel.
Blessin zeigte sich trotz der Niederlage zuversichtlich. Die Mannschaft habe in 90 plus sieben Minuten alles gegeben, und wenn man so weiterarbeite, würden die Punkte kommen.
Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag um 17.30 Uhr bei Blessins Heim-Premiere gegen die TSG Hoffenheim.