Schröder und Türoff verurteilen Ausschreitungen beim Kölner Derbysieg
Ausschreitungen auf den Rängen überschatteten den 2:1-Derbysieg des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach. Gladbachs Sportchef Rouven Schröder und Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff äußerten sich deutlich zu den Vorfällen im RheinEnergieStadion.

Der 1. FC Köln gewann das Derby mit 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach. Der Sieg wurde jedoch durch Bilder von den Rängen getrübt. Verantwortliche beider Klubs äußerten sich anschließend kritisch.
Die Vorfälle ereigneten sich im RheinEnergieStadion. Gladbachs Sportchef Rouven Schröder, 50 Jahre alt, stellte nach der Partie klar, dass solche Szenen absolut nicht ins Stadion gehören. Besonders die gefährliche Pyrotechnik auf den Rängen habe ihn aufgebracht. Als Familienvater wolle er nicht sehen, dass Böller durch die Kurven fliegen, wo er sich selbst besonders gefährdet fühle.
Schröder betonte, dass Szenen dieser Art im Fußball nichts verloren hätten. Eine Unterbrechung eines Spiels erfolge nicht ohne Grund.
Die Ausschreitungen spitzten sich in der zweiten Halbzeit nach dem Führungstreffer von Said El Mala zu. Anhänger beider Lager gerieten aneinander, zudem flogen Leuchtraketen in Richtung anderer Zuschauer. Die Polizei griff erst nach mehreren Minuten ein. Danach konnte die Partie fortgesetzt werden.
Auch beim 1. FC Köln war die Freude über den wichtigen Derbysieg getrübt. Geschäftsführer Philipp Türoff verurteilte die Geschehnisse „aufs Äußerste“.
Türoff erklärte, die Bilder hätten im Fußball nichts verloren und gäben dem Derbysieg einen unschönen Beigeschmack. Zugleich hoffe er, dass möglichst wenige Unbeteiligte zu Schaden gekommen seien.
Eine vorschnelle Schuldzuweisung an das neue Sicherheitskonzept wollte Türoff vermeiden. Er habe Vorgänge beobachtet, die stark mit individuellen Störungen zusammenhingen. Sein erster Eindruck sei, dass das Konzept nicht anders funktioniert habe als zuvor.
Das Derby galt als erste große Bewährungsprobe für die neuen Sicherheitsvereinbarungen in Nordrhein-Westfalen. Nach Einschätzung von fussballdaten.de dürften die Vorfälle die Diskussion über Pyrotechnik, Polizeipräsenz und die Verantwortung der Klubs erneut verschärfen.