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NRW: Konzept für mehr Kinderschutz und Kinderrechte vorgestellt

Die Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte in Nordrhein-Westfalen, Petra Ladenburger, hat am 12. Oktober 2026 in Düsseldorf ihr Konzept für die Zeit bis Ende 2027 vorgestellt. Es umfasst acht Punkte, darunter die Beratung der Beauftragten durch Kinder und Jugendliche, einen ersten NRW-Kinderrechte-Gipfel Ende 2027 und ein jährliches Lagebild ab 2027.

Bildungsklick · 12.10.2026 · 13:11 Uhr

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Kinder und Jugendliche sollen in Nordrhein-Westfalen besser geschützt, gehört und beteiligt werden. Dazu hat die Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte, Petra Ladenburger, ihr Konzept für die Zeit bis Ende 2027 am Montag, dem 12. Oktober 2026, in Düsseldorf vorgestellt.

Das Konzept umfasst acht Punkte. Unter anderem sollen Kinder und Jugendliche die Beauftragte in ihrer Arbeit beraten und so ihre Erwartungen und Wünsche unmittelbar an die Landespolitik richten können. Ende 2027 soll außerdem der erste NRW-Kinderrechte-Gipfel stattfinden. Dazu sind Kinder und Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen sowie Akteurinnen und Akteure aus Kinder- und Jugendhilfe, Wissenschaft und Politik eingeladen.

Ab 2027 ist ein jährliches Lagebild zu den Themen Kinderschutz und Kinderrechte vorgesehen. Es soll auch relevante Entwicklungen und Phänomene erfassen. Im kommenden Jahr ist zudem ein Kurzfilmwettbewerb zum Thema „Zukunft“ geplant, bei dem Kinder und Jugendliche Erwachsene auf kreative Weise an ihrer Gedankenwelt teilhaben lassen können.

Nach dem Konzept ist Prävention ein Teil des Kinderschutzes und sollte nicht Gegenstand haushaltspolitischer Auseinandersetzungen werden. Bisher ist für Nordrhein-Westfalen nicht systematisch untersucht, welchen langfristigen finanziellen Nutzen Investitionen in Präventionsangebote haben. Eine Studie im kommenden Jahr soll erstmals eine verlässliche Datengrundlage dafür schaffen. Nach Einschätzung des Konzepts spricht vieles dafür, dass Prävention auch finanziell sinnvoll ist.

Die Landespolitik wirkt sich konkret auf das Leben junger Menschen aus. Bei Gesetzesvorhaben sollen die Folgen für sie deshalb standardisiert in einem sogenannten Gesetzes-Check erfasst werden. Bei den finanziellen Auswirkungen auf den Landeshaushalt geschieht das nach dem Konzept bereits seit langem. Die Beauftragte will dazu innerhalb der Landesregierung Gespräche führen.

Kindern und Jugendlichen fehlen Orte, an denen sie sich treffen und Zeit miteinander verbringen können. Die Kommunen sind deshalb aufgefordert, Schulhöfe nach Schulschluss zu öffnen. Ladenburger setzt sich dafür ein, dass die Kommunen dies flächendeckend umsetzen.

Wenn Kinder und Jugendliche zu Hause lernen, dass Menschen unterschiedlich viel wert sind, und mit gewaltfördernden oder demokratiefeindlichen Weltbildern aufwachsen, müssen Fachkräfte besonders geschult sein. Das betrifft das Jugendamt, die Kita, die Schule und offene Angebote. Die Beauftragte will sich dafür einsetzen, dass dieses Thema in Ausbildung, Studium und Fortbildung von Fachkräften berücksichtigt wird. Es geht dabei um Kinder und Jugendliche aus Familien mit menschenfeindlichen Ideologien.

Ladenburger berichtet, sie habe in den vergangenen Monaten mit vielen Kindern und Jugendlichen gesprochen. Drei Anliegen hätten sich dabei immer wieder gezeigt: Sie wollten von Erwachsenen ernst genommen werden, brauchten Orte, an denen sie sich mit Freundinnen und Freunden treffen können, und wünschten sich ein Leben ohne Armut. Hier müsse die Politik handeln. Das Konzept sei dabei ein wichtiger Baustein, um Kindern und Jugendlichen die nötige Aufmerksamkeit zu geben.

Das Konzept wird nach den Angaben kontinuierlich fortentwickelt. Auch aktuelle Themen und Entwicklungen sollen in die Arbeit der Beauftragten einfließen.

Petra Ladenburger ist seit Februar 2026 im Amt und die erste Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie gehört zur Landesregierung, arbeitet in ihrer Tätigkeit aber unabhängig. Zu ihren Aufgaben zählt, sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen einzusetzen und neue Ideen in die Landespolitik einzubringen. Außerdem will sie Beteiligungsformate schaffen und die Vernetzung von Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung fördern. Dies gilt auch für erwachsene Betroffene von Gewalt in der Kindheit.

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