Duisburg: Thomas de Maizière wird Gastprofessor an der Uni Duisburg-Essen
Der frühere Bundesminister Thomas de Maizière (CDU) übernimmt im Wintersemester die Gastprofessur für Politikmanagement an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Er unterrichtet Masterstudierende in zwei Seminaren, eine öffentliche Vorlesung ist geplant. Das teilte die Universität am Montag mit.

Thomas de Maizière (CDU) wird im Wintersemester Gastprofessor für Politikmanagement an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Das hat die Hochschule am Montag bekanntgegeben.
Der frühere Bundesminister hält zwei Seminare: „Taskforce: Demokratie in Gefahr?“ sowie „Medien und Politik: Transparenz, Ethik und Öffentlichkeit in der Demokratie“. Masterstudierende sollen dabei erfahren, wie politische Entscheidungen zustande kommen und wie Regieren in der Praxis funktioniert. Inhaltlich geht es unter anderem um die Steuerung großer Ministerien und um die Modernisierung des Staates. Außerdem ist eine öffentliche Vorlesung geplant.
De Maizière, 1954 geboren und Jurist, kann auf eine jahrzehntelange politische Laufbahn zurückblicken. Seine Karriere begann in den 1980er-Jahren in Berlin. 1990 half er beim Aufbau des Amtes des Ministerpräsidenten der letzten DDR-Regierung und gehörte der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag an.
Danach übernahm er verschiedene Ämter in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, darunter jeweils die Leitung der Staatskanzlei. In Sachsen war er zudem Finanz-, Justiz- und Innenminister. 2005 wechselte er in die Bundesregierung, wo er Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes wurde.
Von 2009 bis 2011 und erneut von 2013 bis 2018 war de Maizière Bundesminister des Innern, in der Zeit dazwischen Bundesminister der Verteidigung. Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 2009 bis 2021 an.
Julia Schwanholz, die die Seminare leiten wird, zeigte sich laut Universität hocherfreut über den neuen Gastprofessor. Er habe über mehrere Jahrzehnte in Spitzenämtern auf Bundes- und Landesebene politische Verantwortung getragen. De Maizière erklärte, das Vertrauen vieler junger Menschen in die Politik sinke, obwohl gerade sie für den Fortbestand der Demokratie entscheidend seien. Es müsse gelingen, ihnen zu vermitteln, wie politische Prozesse ablaufen und wie sie diese mitgestalten können.
Die Gastprofessur für Politikmanagement wird seit 2006 von der Stiftung Mercator unterstützt. Sie geht seit vielen Jahren an namhafte Persönlichkeiten aus der Politik. Zu den bisherigen Gastprofessoren zählen Volker Wissing (parteilos), Armin Laschet (CDU), Renate Künast (Grüne), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Gregor Gysi (Linke), Rita Süssmuth (CDU), Andrea Nahles (SPD) und Christian Wulff (CDU). Sie gaben den Studierenden Einblicke in ihre politische Arbeit.