NRW: Zwei Senioren in Lindlar und Lienen fallen auf falsche Warnfenster herein
Am 10. Oktober 2026 sind in Nordrhein-Westfalen zwei Senioren Opfer von Computer-Betrügern geworden. Ein 74-Jähriger aus Lindlar und eine 71-Jährige aus Lienen-Kattenvenne riefen Nummern aus gefälschten Warnfenstern an. Die Polizei rät, in solchen Fällen den Rechner vom Internet zu trennen und keine angezeigte Nummer zu wählen.

Sicherheitsbehörden warnen vor einer Betrugsmasche, bei der Cyberkriminelle den Bildschirm eines Computers sperren und eine Infektion des Systems vortäuschen. Gleichzeitig versuchen sie, an sensible Daten und Bankzugänge zu gelangen. Die Betroffenen sollen über manipulierte Hinweisfenster dazu gebracht werden, bei vermeintlichen Servicemitarbeitern anzurufen. Zwei Fälle aus Nordrhein-Westfalen vom 10. Oktober 2026 zeigen das Vorgehen.
Betroffen war zunächst ein 74-jähriger Mann aus Lindlar im Oberbergischen Kreis. Auf seinem Computer erschien eine Meldung, die einen Hackerangriff behauptete und eine Support-Telefonnummer einblendete. Der Mann wählte die Nummer und befolgte die Anweisungen der Anrufer. Er meldete sich im Online-Banking an und gab eine Push-TAN frei. Danach verlor er den Zugriff auf sein Konto. Der Senior ließ das Konto umgehend sperren und erstattete Anzeige bei der Polizei. Wie hoch der Schaden ist, stand bei der Anzeigenaufnahme noch nicht fest.
Am selben Tag ereignete sich gegen 19:20 Uhr ein ähnlicher Fall in Lienen-Kattenvenne. Eine 71-jährige Frau sah an ihrem Rechner ein Warnfenster, das vor einem angeblichen Computervirus warnte und eine Telefonnummer anzeigte. Am Telefon gab sich die Gegenseite als Microsoft-Support aus. Sie behauptete, Unbefugte hätten bereits Zugriff auf persönliche Daten und das Bankkonto der Frau erlangt. Daraufhin gab die Seniorin ihre Zugangsdaten für das Online-Banking ein.
Die Täter lösten anschließend eine Überweisung im niedrigen vierstelligen Eurobereich aus. Als sie eine zweite Transaktion versuchten, wurde die Frau misstrauisch. Sie beendete das Gespräch sofort und ließ alle ihre Konten sperren.
Die Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis stellt klar, dass etablierte Technologiekonzerne wie Microsoft Kundinnen und Kunden nie unaufgefordert kontaktieren. Nutzer sollten weder private Daten noch Bankverbindungen weitergeben und keinen Fernzugriff auf ihre Geräte erlauben. Auf zweifelhafte Warnmeldungen sollten sie nicht reagieren.
Die Polizei Steinfurt nennt konkrete Verhaltensregeln für den Fall einer plötzlichen Bildschirmsperre. Erscheint ein solches Warnfenster, sollte der Rechner sofort vom Internet getrennt oder ganz ausgeschaltet werden. Angezeigte Telefonnummern dürfen auf keinen Fall gewählt werden.
Offizielle Systemmeldungen von Microsoft enthalten grundsätzlich keine Service-Telefonnummern zur Kontaktaufnahme. Wer bereits Daten eingegeben hat, sollte die betroffenen Konten sofort über offizielle Wege sperren lassen. Zudem sollte er bei der örtlichen Polizeidienststelle Strafanzeige erstatten.