Dortmund: Anti-AfD-Banner in BVB-Fanvideo per KI eingefügt
Ein auf Social Media verbreitetes Video zeigt BVB-Fans in Dortmund mit einem Banner gegen die AfD und Rechtsextremismus. Laut dpa-Faktencheck ist das Banner per KI eingefügt worden. Das Originalvideo zeigt nur singende Fans. Der Verein und Teile seiner Fanszene engagieren sich dennoch gegen Rechtsextremismus.

Ein Video, das derzeit in sozialen Netzwerken kursiert, zeigt eine große Gruppe von Fußballfans auf einer Straße in Dortmund. Über den Köpfen hält sie ein riesiges Banner mit dem Logo von Borussia Dortmund, einer Faust, die ein Hakenkreuz zerschlägt, und dem Schriftzug „FCK AFD“. Eine Nutzerin kommentierte den Clip mit „Dortmund stabil“. Nach Prüfung durch den dpa-Faktencheck (Stand: 12. Oktober 2026) ist das Banner jedoch nicht echt: Es wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz nachträglich in das Video eingefügt.
Das Originalvideo steht auf dem offiziellen X-Account des BVB und stammt vom 28. Februar 2026. Es ist mit den Worten „Alles bebt, Borussia kommt!“ überschrieben. Die Menschenmenge ist in beiden Clips identisch, im Februar-Video fehlt aber das vermeintliche Anti-AfD-Banner. Zu sehen sind Dortmunder Fans auf dem Weg zum Stadion. Mit Liedern und Hüpfen stimmten sie sich auf das Spitzenspiel gegen den FC Bayern München ein, das später am Tag stattfand. Der BVB verlor die Partie mit 2:3.
Die Bearbeitung ist laut dpa-Faktencheck an typischen KI-Fehlern erkennbar. Einige Körper am Bildrand verschwimmen und scheinen bei Bewegung miteinander zu verschmelzen. Viele Gesichter sind zu glatten, unkenntlichen Flächen geworden. Ein Kirchturm im Hintergrund taucht mal auf und verschwindet dann wieder, während er im ursprünglichen Video durchgehend zu sehen ist. Auch die Tonspur weicht vom Original ab, obwohl ein Gesang der Dortmunder Fans zu hören ist.
Eine Abfrage mit dem Tool „SynthID Detector“ stützt den Verdacht. Demnach wurde das Video „mit OpenAI erstellt oder bearbeitet“. SynthID ist ein unsichtbares digitales Wasserzeichen, mit dem verschiedene KI-Anbieter Inhalte aus ihren Anwendungen kennzeichnen.
Dass das Video gefälscht ist, bedeutet laut dpa-Faktencheck nicht, dass sich der Verein nicht gegen Rechtsextremismus einsetzt. Der BVB und Teile seiner Fans engagieren sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus, etwa mit Kampagnen und Gedenkstättenfahrten in ehemalige Konzentrationslager. Der Verein reagierte damit auch auf die jahrelange Präsenz von Neonazis auf den Tribünen. Die Stadt Dortmund gilt als Hochburg der rechtsextremen Szene in Westdeutschland, zugleich gibt es dort zivilgesellschaftlichen Widerstand.
Im vergangenen Jahr setzte sich der BVB zudem erfolgreich juristisch gegen den Dortmunder Kreisverband der AfD durch. Dieser hatte vor der Kommunalwahl mit Stickern in den Vereinsfarben für sich geworben. Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen beobachtet Teile des AfD-Landesverbands, darunter dessen Jugendorganisation, als rechtsextremistische Verdachtsfälle.
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