BVB: Felix Nmecha zwischen offensiver Stärke und defensiven Schwächen
Vor dem Champions-League-Spiel bei Bodö/Glimt steht Felix Nmecha von Borussia Dortmund im Fokus. Laut Sportschau ist der Mittelfeldspieler für den BVB unverzichtbar, seine defensiven Schwächen sorgen aber immer wieder für Zweifel.

Borussia Dortmund steht vor einem dichten Herbst. Den Auftakt zu drei Auswärtsspielen in Serie bildet die Champions-League-Partie bei Bodö/Glimt in Norwegen am Mittwoch um 21 Uhr, die live im WDR-Audiostream übertragen wird. Im Mittelpunkt steht dabei Felix Nmecha, der nach Einschätzung der Sportschau für den BVB unverzichtbar ist, mit seinen defensiven Schwächen aber immer wieder Zweifel aufkommen lässt.
Mitte Juni schwärmte ganz Fußball-Deutschland von Nmecha. Nach dem 7:1 Deutschlands gegen Curacao, bei dem er das erste deutsche WM-Tor erzielte, wurde er medial gefeiert. Magenta-Experte Mats Hummels bescheinigte ihm danach Weltklasse-Potenzial.
Wie schnell Lob in Kritik umschlagen kann, zeigte sich laut Bericht bereits in der Gruppenphase, in der die DFB-Euphorie schnell verflog. Gegen Ecuador leitete Nmecha mit einem unnötigen Ballverlust den Ausgleich ein und blieb auch sonst fehlerhaft. Beim Aus gegen Paraguay wirkte er beim Tor von Julio Enciso in der Verteidigung etwas schläfrig.
Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger sagte damals dennoch, wenn Nmecha die Balance finde, habe er alles. Laut Bericht traf er damit einen Nerv. Nmecha bringe feine Technik, Torgefährlichkeit, Dynamik und eine zumeist robuste Zweikampfführung mit, also vieles, was ein zentraler Mittelfeldspieler auf Spitzenniveau braucht.
Der 1,90 Meter große Spieler wurde in der Jugend von Manchester City als offensiver Mittelfeldspieler ausgebildet. Er vernachlässigt bisweilen seine Defensivaufgaben, so zuletzt bei den Nations-League-Spielen der DFB-Elf.
Daraus ergibt sich nach Darstellung des Berichts die Frage, ob Nmecha als Achter einen defensiven Anker neben sich braucht, um zu funktionieren, oder ob er als potenzieller Weltklasse-Sechser mit seinen 26 Jahren noch im Entwicklungsprozess steckt.
Diese Fragen beschäftigen auch die BVB-Fans, besonders nach dem ärgerlichen 2:2 gegen Werder Bremen am 9. Oktober 2026. Dabei sah Nmecha bei einem Gegentor erneut schlecht aus. Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck ins Zentrum war er eigentlich gut positioniert, verteidigte gegen Bremens Torschützen Ludovit Reis aber zu sorglos.
Zusammen mit Mitspieler Joey Veerman sah er laut Bericht zu, wie Reis durchs Mittelfeld ging und mit einem sehenswerten Treffer den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielte.
BVB-Geschäftsführer Sport Lars Ricken beschrieb die Szene im Gespräch mit der Sportschau. Die Mannschaft habe einen unnötigen Ballverlust gehabt, sei nicht in die Zweikämpfe gegangen und habe dann ein tolles Tor kassiert. Damit kritisierte er auch Nmecha.
Auch in solchen Situationen wirke Nmecha zuweilen orientierungslos und schläfrig, wie schon bei seinen vielfach analysierten Szenen im DFB-Trikot. Dass nicht jeder Zweikampf gewonnen werden kann, sei klar, doch dass er in entscheidenden Zweikämpfen wiederholt passiv agiert, überrasche. Solche Unaufmerksamkeiten seien bei Nmecha nach Einschätzung des Berichts abzustellen; gefragt seien vor allem mehr Konsequenz und Konzentration in den entscheidenden Defensivmomenten.
In Dortmund setzt man dennoch auf Nmecha. Trainer Niko Kovac betont regelmäßig, wie wichtig er für die Mannschaft ist, und ist er fit, steht er deshalb fast ausnahmslos in der Startelf. Laut Bericht kann er sich unter Druck aus engen Räumen lösen, gegnerisches Pressing überspielen, mit dynamischen Vorstößen Überzahlsituationen schaffen und den Spielaufbau beschleunigen.
Ob Nmecha gemeinsam mit einem Partner dauerhaft im Zentrum des BVB prägen kann, wird der weitere Saisonverlauf zeigen. Der Kader bietet auf der Doppelsechs nicht viele Alternativen: Neben Nmecha kämpfen Joey Veerman und Jobe Bellingham um Spielzeit. Veerman, ein spielstarker Neuzugang, und Bellingham als Box-to-Box-Spieler seien jedoch keine klassischen Abräumer, die Nmecha dauerhaft den Rücken freihalten könnten.
Nmecha sieht sich selbst eher als Achter, wird in Dortmund nach Darstellung des Berichts aber weiterhin auf der Sechs gebraucht. Dort soll er das Spiel gestalten, Angriffe antreiben und ebenso verhindern. Das Spielgestalten beherrsche er nach Einschätzung des Berichts bereits auf höchstem Niveau. Ob er auch defensiv Konstanz entwickelt, kann er unter anderem am Mittwoch bei Bodö/Glimt zeigen, wo der BVB voraussichtlich einige Konter verteidigen muss.
Die Partie ist damit ein weiterer Test für die Frage nach der Balance, die Nmecha laut Bastian Schweinsteiger noch zum kompletten Paket fehlt.