Qilin-Ransomware: Mutmaßlicher Kopf der Gruppe in Japan festgenommen
Nach Angaben von Ermittlern aus Nordrhein-Westfalen wurde in Japan ein mutmaßlicher führender Kopf der Ransomware-Gruppe Qilin festgenommen und nach Deutschland überstellt. Die Gruppe soll weltweit fast 4.000 Unternehmen und Institutionen erpresst haben.

Nach Angaben von Ermittlern aus Nordrhein-Westfalen wurde ein mutmaßlicher führender Kopf der Ransomware-Gruppe Qilin in Japan festgenommen und nach Deutschland überstellt. Die Gruppe soll weltweit fast 4.000 Unternehmen und Institutionen erpresst haben. Organisierte Cyberkriminalität wird inzwischen mit internationaler Zusammenarbeit bekämpft.
Die Ermittler aus Nordrhein-Westfalen hatten den 28-jährigen mutmaßlichen Mitgründer von Qilin monatelang verfolgt. Laut dem NRW-Innenministerium wurde er Ende Mai in Tokio festgenommen und anschließend nach Deutschland überstellt. Er sitzt nun in deutscher Haft.
Die Ermittler sprechen von einem historischen Schlag gegen die Gruppe. NRW-Innenminister Herbert Reul bezeichnete die Festnahme als bedeutenden Erfolg im Kampf gegen internationale Cyberkriminalität. Nach offiziellen Angaben dauerten die Ermittlungen mehrere Monate und wurden in enger Zusammenarbeit mit japanischen Behörden durchgeführt.
Qilin ist eine international aktive Ransomware-Gruppe, die Unternehmen und Institutionen weltweit angreift. Die Täter verschlüsseln Daten und fordern Lösegeld, häufig in Kryptowährungen. Dabei dringen sie in Netzwerke ein und drohen mit der Veröffentlichung sensibler Informationen, falls das Lösegeld nicht gezahlt wird.
Nach Angaben der NRW-Ermittler waren fast 4.000 Opfer betroffen, darunter auch 30 Fälle in Nordrhein-Westfalen. Die geforderten Lösegeldsummen sollen sich auf mehrere Milliarden US-Dollar belaufen haben. Gezahlt wurden insgesamt wohl Beträge im dreistelligen Millionenbereich.
Der Bericht wertet die Festnahme eines mutmaßlichen Rädelsführers zwar als wichtigen Erfolg, sieht darin aber keine Lösung des Problems. Experten geben zu bedenken, dass Qilin weiter aktiv bleiben wird. Sollte die Gruppe weniger agieren, könnten andere ATP-Gruppen die entstandene Lücke füllen. In vielen Studien zu Ransomware wird Qilin seit ein bis zwei Jahren an der Spitze der TopTen-Listen geführt.