Prozessauftakt in Bonn: Mordvorwurf nach Fund von Körperteilen einer Frau
In Bonn hat am Dienstag, dem 13. Oktober, der Prozess gegen einen 42-jährigen Mann aus Eritrea begonnen. Nach Angaben des Gerichts ist er der Ehemann der getöteten Frau. Ihm werden Mord und Kindesaussetzung zur Last gelegt.

Fast ein Jahr nach dem Fund von Körperteilen einer Frau an verschiedenen Orten in Deutschland hat am Dienstag, dem 13. Oktober, um 9.15 Uhr in Bonn der Prozess gegen einen 42-jährigen Mann aus Eritrea begonnen. Nach Angaben des Gerichts handelt es sich bei dem Angeklagten um den Ehemann der Toten. Er muss sich wegen Mordes und Kindesaussetzung verantworten. Über die Hintergründe der Tat ist bisher nichts bekannt.
Der Fall hatte im vergangenen Jahr großes Entsetzen ausgelöst. Mitte November 2025 wurden zunächst die abgetrennten Hände der Frau auf einer Autobahn im Sauerland entdeckt. Zwei Wochen später fand man ihren Körper in Monreal in Rheinland-Pfalz. Der Kopf wurde schließlich von Müllsammlern nahe der A4 im Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen gefunden.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine Frau am 16. November 2025 auf der Rückbank eines Autos erwürgt oder erstickt zu haben. Das Kind des Paares soll sich ebenfalls in dem Fahrzeug befunden haben.
Anschließend soll der Mann das Auto samt Leiche nach Waldsolms in Hessen gefahren haben. In der Nähe eines Klosters soll er die drei Monate alte Tochter in einem Kinderwagen zurückgelassen haben, bei Dunkelheit und Temperaturen um zwei Grad. Kurz darauf wurde das Kind durch einen glücklichen Zufall unverletzt aufgefunden.
Der Vorwurf lautet weiter, dass der Mann die Leiche seiner Frau in einem Waldstück in Rheinland-Pfalz zerteilt und an verschiedenen Orten abgelegt habe.
Der 42-Jährige wurde von Äthiopien nach Deutschland ausgeliefert und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die 32-jährige Frau aus Eritrea lebte zuletzt in einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft in Bonn.