NRW HEUTEonline

Menschen. Themen. Perspektiven.

Sport

André Schubert sorgt sich um Borussia Mönchengladbach

Nach der 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Köln steht Borussia Mönchengladbach als Schlusslicht im Tabellenkeller. Der frühere Trainer André Schubert zeigt sich laut einem Bericht von Sport1 besorgt und appelliert an den neuen Coach Alexander Blessin, rasch eine klare Identität und Spielidee zu entwickeln.

GladbachLIVE · 13.10.2026 · 09:57 Uhr

Artikelbild der Quelle zu: „Ich bange wirklich“: Ex-Gladbach-Trainer schlägt Alarm
Bild aus der Originalquelle

Die Lage von Borussia Mönchengladbach wird immer heikler. Für den neuen Trainer Alexander Blessin gab es zum Start eine weitere herbe Enttäuschung: Im prestigeträchtigen Derby unterlag die Mannschaft dem 1. FC Köln mit 1:2. Damit verharrt die Fohlenelf als Schlusslicht im Tabellenkeller.

Am kommenden Wochenende steht mit dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Hoffenheim bereits die nächste schwere Belastungsprobe an.

Mit solchen Tiefpunkten am Niederrhein kennt sich der frühere Trainer André Schubert aus. Er hatte den Verein 2015 in einer vergleichbaren Lage übernommen und das Team bis in die Champions League geführt. Laut einem Bericht von Sport1 äußert er sich nun besorgt über seinen früheren Klub.

Schubert betont jedoch, dass die damalige Situation mit der heutigen kaum vergleichbar sei. Damals hatte sich das Team im Jahr zuvor für die Königsklasse qualifiziert und verfügte mit erfahrenen Spielern wie Lars Stindl, Granit Xhaka oder Raffael über eine höhere Kaderqualität. Heute sei die Ausgangslage anders, weil der Klub schon länger nach seinem Kurs suche und im Sommer erneut eine personelle Veränderung vollzogen habe.

Nach Schuberts Einschätzung muss der Verein erneut eine klar erkennbare Identität entwickeln. Er appelliert, herauszuarbeiten, wofür Borussia Mönchengladbach stehen will und welcher Spielstil die Mannschaft auszeichnen soll. Blessin habe die Aufgabe, rasch festzulegen, welche Art von Fußball die Borussia verkörpern soll, damit die Mannschaft auf ihre eigenen Stärken zurückgreifen kann.

Eine Schlüsselrolle misst Schubert auch den Fans bei. Er beschreibt die Anhänger als sehr leidenschaftlich und grundsätzlich bereit, jede sportliche Richtung zu unterstützen. Zugleich warnt er, dass die Art und Weise dabei sehr wichtig sei. Die Mannschaft stehe in der Pflicht, die Anhängerschaft wieder mitzureißen. Gelingt dies, könne der Borussia-Park eine enorme Wucht entfalten.

Schubert ist überzeugt, dass Blessin den Umschwung herbeiführen kann. Dessen Spielidee stehe für proaktiven, angriffslustigen Fußball, der im Grunde zur Gladbacher DNA passe. Entscheidend sei, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht vom ständigen Blick auf die Tabelle blockieren zu lassen. Ein Trainerwechsel erfordere Geduld.

Blessin hatte nach dem Derby erklärt, die Mannschaft habe „alles reingeworfen“. Schubert sieht darin ein gutes Zeichen. Sobald die Leistung stimmt, würden die Ergebnisse von selbst folgen.

Zur Frage, welcher Spieler der Fohlenelf zu einem entscheidenden Akteur wie Kölns Said El Mala werden könnte, wollte sich Schubert nicht äußern. Talent sieht er bei Hugo Bolin oder Wael Mohya, Tim Kleindienst bringt er als möglichen Anführer ins Spiel. Letztlich komme es jedoch auf das kollektive Konzept an.

Seine Vorstellung ist eindeutig: Man müsse die Borussia wiedererkennen können. Auch ohne Wappen auf dem Trikot müsse sofort zu sehen sein, dass es sich um Borussia Mönchengladbach handelt.

Einen Siegeszug wie 2015, als Schubert nach seinem Start sechs Bundesliga-Partien in Folge gewann, hält er wegen der völlig anderen Ausgangslage nicht für realistisch. In dieser Spielzeit gehe es vor allem darum, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen und einen Lauf zu finden.

Schubert sagt, er bange wirklich um Borussia Mönchengladbach, weil er dem Verein viel zu verdanken habe. Er pflege weiterhin eine enge Beziehung zu Entscheidungsträgern wie Rouven Schröder. Der Klub sei ein unfassbar großer Verein mit besonderen Emotionen, und er wünsche sich, dass es für die Mannschaft schnell wieder aufwärtsgehe.

Bei GladbachLIVE lesen ↗