Westfalen-Präses hält Leitungsamt mit AfD-Mandat für unvereinbar
Adelheid Ruck-Schröder, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, hält ein Leitungsamt in der evangelischen Kirche für unvereinbar mit einem politischen Mandat bei der AfD. Das müsse auch für ehrenamtlich Mitarbeitende wie Presbyter gelten. Ihre Kirche will sich bei der Landessynode im November in Bielefeld zum Umgang mit der AfD äußern.

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Adelheid Ruck-Schröder, hält ein Leitungsamt in der evangelischen Kirche für unvereinbar mit einem politischen Mandat bei der AfD. Das müsse auch für ehrenamtlich Mitarbeitende gelten, etwa für Presbyter im Leitungsgremium einer Kirchengemeinde. Die leitende Theologin steht an der Spitze der viertgrößten Landeskirche in Deutschland.
Ruck-Schröder kündigte an, dass sich ihre Kirche bei der westfälischen Landessynode, die vom 22. bis 25. November in Bielefeld tagt, zum Umgang mit der AfD äußern werde.
Denkbar sei eine verpflichtende Erklärung, in der sich Kirchenmitglieder zu den Werten der Landeskirche bekennen müssten, wenn sie ein Leitungsamt übernehmen wollen. Eine Überwachung der Gesinnung wolle man nicht betreiben. Eine klare Haltung und eine einheitliche Regelung seien jedoch für die Verantwortlichen in den 26 Kirchenkreisen und rund 420 Kirchengemeinden in Westfalen wichtig, auch mit Blick auf die im Frühjahr 2028 anstehenden Kirchenwahlen.
Ruck-Schröder sagte, dass man bei einem Ergebnis von über 30 Prozent für die AfD in ostdeutschen Bundesländern davon ausgehen müsse, dass auch hier Kirchenmitglieder zur AfD-Wählerschaft gehörten. Diese Menschen sollten überlegen, ob es als Christinnen und Christen sinnvoll sei, eine Partei zu wählen, die ein anderes Menschenbild vertrete als ihre Kirche.
In Nordrhein-Westfalen wird am 25. April des kommenden Jahres ein neuer Landtag gewählt. Bei der letzten Landtagswahl 2022 kam die AfD, die im Bericht als in Teilen rechtsextrem bezeichnet wird, knapp über fünf Prozent.
Beim Umgang mit der extremen Rechten gehe es auch um die Glaubwürdigkeit der Kirche, betonte Ruck-Schröder. Die evangelische Kirche vertrete ein plurales Menschenbild und setze sich unter anderem für das Recht von Geflüchteten und für sexuelle Selbstbestimmung ein.
Die Theologische Vizepräsidentin der westfälischen Kirche, Susanne Falcke, nannte es ein Gebot der Stunde, schutzbedürftige und gefährdete Menschen zu stärken, deren Lebensentwurf nicht dem Mainstream entspricht. Auch Ehrenamtliche, die sich etwa in Cafés für Geflüchtete engagieren, erlebten laut dem Bericht Druck und Anfeindungen von rechts.