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Köln: Serie aus Schüssen und Erpressungen, Zuordnung zu Tätergruppen läuft

Ermittler in Köln gehen fast 30 Straftaten mit Schüssen, Explosionen und Brandstiftungen nach, fast alle betreffen Erpressung. Die Polizei hat zunächst die aus Georgien operierende Gruppierung Daltons im Visier, die nach Polizeierkenntnissen ausschließlich auf Erpressung spezialisiert ist. Nach Darstellung des Berichts haben die als GenZ bezeichneten Gruppen nichts mit den Daltons zu tun, und die Rocker führen ihre Revierkämpfe fort. Laut Polizei sind immer mehr Waffen verfügbar.

tagesschau · 13.10.2026 · 11:16 Uhr

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Die Ermittler in Köln gehen fast 30 Straftaten mit Schüssen, Explosionen und Brandstiftungen nach, darunter zuletzt eine Schussabgabe auf ein Geschäft in der Kölner Mittelstraße. Betroffen sind Häuser, Cafés, Bars und Juweliere. In fast allen Fällen geht es um Erpressung. Die vermuteten Tätergruppen unterscheiden sich, und sie müssen den einzelnen Taten noch zugeordnet werden.

Zunächst hat die Polizei die aus Georgien operierende Gruppierung „Daltons“ im Visier. Nach Polizeierkenntnissen sind die Daltons ausschließlich auf Erpressung spezialisiert, nicht etwa auf Schutzgelderpressung, denn Schutz bieten sie nicht an.

Die Daltons drohen türkischen Geschäftsleuten laut Bericht per Whatsapp. Die Nachrichten sind mit verschiedenen Comicfiguren wie Schlumpf oder Mickey Mouse unterzeichnet. Die erpressten Summen beginnen bei 200.000 Euro. Bundesweit zählen die Ermittler nach eigenen Angaben 460 Fälle im Umfeld der Daltons. In Köln begann die Serie im Mai.

Die Polizei geht von einem riesigen Dunkelfeld aus und nimmt an, dass von den Erpressten hohe Summen gezahlt werden.

Die Daltons sollen außerdem hinter der Erpressung des Mitinhabers einer großen türkischen Imbisskette stecken. Von dem Mann sollen sie zunächst wohl fünf Millionen Euro gefordert haben; inzwischen sei die Summe deutlich höher, heißt es.

Nach Darstellung des Berichts haben die als GenZ bezeichneten Gruppen, die derzeit in aller Munde sind, nichts mit den Daltons zu tun; dies werde häufig falsch dargestellt. Sie erpressen zwar ebenfalls, sind aber überwiegend im klassischen Drogenhandel tätig. Auch sie greifen auf eingekaufte Täter zurück, ähnlich wie die Daltons.

Kriminalisten bezeichnen dieses Phänomen als „Violence as a Service“ beziehungsweise „Crime as a Service“. Anders als im Kalker Drogenkrieg vor zwei Jahren werden die Täter im Inland angeheuert, vielfach auch in Köln.

Auch die Rocker haben ihre Revierkämpfe keineswegs eingestellt. Sie verüben Anschläge, vorrangig wegen schiefgelaufener BTM-Geschäfte, so ein Kölner Ermittler. Auch sie bedienen sich inländischer Akteure des „Violence as a Service“. Nach wie vor sind die Hells Angels die stärkste Gruppe. Mitunter tragen sie auch Konflikte untereinander aus, etwa wegen Schulden oder aufgeflogener Geschäfte.

In sehr wenigen Fällen hat die Polizei noch ganz andere Erkenntnisse. Manchmal werden dabei auch Familienstreitigkeiten ausgetragen, beispielsweise wegen eines Erbschaftsstreits in der Türkei.

Beunruhigend ist laut Polizei, dass immer mehr Waffen verfügbar sind. Dies gelte für alle Bereiche der Ermittlungen. So würden Pistolen der Marke Glock nachgebaut, und die Daltons beschaffen sich diese Waffen offenbar. AK-47 seien praktisch überall verfügbar.

Ein Ermittler kommt zu dem Schluss: „Es wird eher schlimmer als besser!“

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