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DGB NRW fordert Zukunftsfonds Ausbildung: Betriebe sollen einzahlen

Der DGB NRW fordert einen „Zukunftsfonds Ausbildung“, in den fast alle Betriebe einzahlen und aus dem ausbildende Betriebe Geld zurückbekommen sollen. Nach Angaben des DGB bleibt in NRW mehr als jeder fünfte junge Mensch zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss. Die Arbeitgeber halten nichts von dem Vorschlag, die SPD-Landtagsfraktion unterstützt ihn. Bislang handelt es sich um eine Forderung der Gewerkschaften, nicht um ein Vorhaben der Landesregierung.

n-tv.de · 13.10.2026 · 11:54 Uhr

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Laut dpa aus Düsseldorf fordert der DGB NRW die Landesregierung auf, einen „Zukunftsfonds Ausbildung“ einzurichten. Wer in Nordrhein-Westfalen einen Ausbildungsplatz sucht, soll nach dem Willen des DGB bessere Chancen bekommen. Fast alle Betriebe sollen in den Fonds einzahlen, Betriebe mit Azubis sollen Geld daraus zurückbekommen.

DGB-Landeschef Thorben Albrecht bezeichnete die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt in NRW bei der Vorstellung des Konzepts als dramatisch. Nach Angaben des DGB bleibt in NRW mehr als jeder fünfte junge Mensch zwischen 20 und 34 Jahren dauerhaft ohne Berufsabschluss; ein wichtiger Grund seien fehlende Ausbildungsplätze. Albrecht sagte, nur noch jedes fünfte Unternehmen in NRW bilde aus, das sei zu wenig.

Regional gebe es große Unterschiede. Albrecht nannte Essen als Beispiel: Dort kamen auf 152 Bewerberinnen und Bewerber nur 100 Ausbildungsplätze. Von 24.000 jungen Menschen, die im vergangenen Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen hätten, seien 12.000 in eine Maßnahme gekommen oder im Berufskolleg geblieben. 12.000 seien laut Albrecht komplett herausgefallen.

Das Konzept hat der Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch von der Universität Duisburg-Essen ausgearbeitet. Demnach sollen Betriebe in NRW 0,5 Prozent der Bruttolohnsumme ihrer Beschäftigten in den Fonds zahlen. Ausgenommen wären Branchen mit bereits bestehender Ausbildungsumlage, etwa die Pflege und das Bauhauptgewerbe, sowie Branchen, die überwiegend schulisch ausbilden.

Pro Azubi und Jahr sollen ausbildende Betriebe 5.000 Euro aus dem Fonds erhalten. Für Betriebe ohne Azubis würde Nichtausbilden dadurch teurer, für Ausbildungsbetriebe würde es sich mehr lohnen. Nach Berechnungen im Auftrag des DGB kämen im Fonds insgesamt knapp 1,4 Milliarden Euro zusammen. Der Großteil wäre für den Azubi-Zuschuss vorgesehen, 100 Millionen Euro könnten für andere Aufgaben ausgegeben werden.

Ausbildungssuchende würden aus dem Fonds kein Geld erhalten. Der Fonds soll Betrieben einen Anreiz geben, zusätzliche Lehrstellen anzubieten. Theoretisch könnte damit auch ein höheres Gehalt für Azubis finanziert werden, einen Zwang dazu gäbe es aber nicht. Kurzfristig ändere sich ohnehin nichts.

Laut Zahlen der Arbeitsagentur meldeten die Betriebe in NRW bis Ende August knapp 93.000 Ausbildungsstellen, 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Tausende junge Menschen suchten eine Stelle; gleichzeitig war eine ähnlich hohe Zahl an Plätzen unbesetzt.

Die Arbeitgeber in NRW halten nichts von der Forderung nach einem Fonds. Tanja Nackmayr, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Landesvereinigung der Unternehmensverbände, teilte mit, der Fonds bewirke nichts gegen die fehlende Ausbildungsreife vieler Bewerber und gegen die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen. Nötig sei etwa eine bessere Vorbereitung in der Schule.

Unterstützung erhält der DGB von der oppositionellen SPD-Landtagsfraktion. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion, Lena Teschlade, sagte, insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe könnten von dem Fonds profitieren.

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