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NRW und Baden-Württemberg: Metall-Tarifrunde startet ohne Angebot

In der Metall- und Elektroindustrie haben die ersten regionalen Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg stattgefunden. Wie üblich legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit. Bundesweit sind rund 3,7 Millionen Beschäftigte betroffen.

Mindener Tageblatt · 07.10.2026 · 17:40 Uhr

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Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie hat in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit ersten regionalen Verhandlungen begonnen. Ein Angebot der Arbeitgeber gab es dabei, wie in dieser Phase üblich, nicht. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Als Mindestziel gilt der Ausgleich der zuletzt stark gestiegenen Inflation. Bundesweit betrifft die Runde rund 3,7 Millionen Beschäftigte, unter anderem in der Autoindustrie, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und bei Rüstungsgütern.

Peter Sebastian Krause, Verhandlungsführer von Südwestmetall, sagte in Ludwigsburg, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stehe auf dem Spiel. Statt um Lohnerhöhungen müsse es diesmal um echte Entlastungen für die Firmen gehen. Arndt G. Kirchhoff, der in Nordrhein-Westfalen für die Arbeitgeber verhandelt, verwies auf den extremen Kostendruck der Unternehmen. Dabei spiele die Höhe der Arbeitskosten eine entscheidende Rolle.

In der Branche arbeiten in Nordrhein-Westfalen rund 640.000 Menschen, in Baden-Württemberg etwa 900.000. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht keinen Verteilungsspielraum für eine üppige Lohnerhöhung. Er verweist auf die verschärfte Deindustrialisierung und den Verlust hunderttausender Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren. Die hohen Lohnkosten seien einer von mehreren Gründen dafür.

Bis Freitag dieser Woche stehen erste Runden in weiteren wichtigen Tarifgebieten an, darunter Bayern sowie die Mittelgruppe mit Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

In Baden-Württemberg hat Mercedes-Benz eine Debatte über die Arbeitszeit ausgelöst und eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ins Gespräch gebracht. Die 35-Stunden-Woche ist im Manteltarifvertrag festgeschrieben. Dieser ist jedoch nicht gekündigt worden und steht deshalb in der laufenden Runde nicht zur Verhandlung. Es handelt sich um eine reine Lohnrunde.

Die IG Metall hatte in beiden Tarifgebieten ihre Entschlossenheit betont. Knut Giesler, Bezirksleiter und Verhandlungsführer in Nordrhein-Westfalen, hatte erklärt, die Kampfbereitschaft sei deutlich höher als in den Jahren zuvor. Die Friedenspflicht läuft mit Ablauf des 31. Oktobers aus, danach sind Warnstreiks möglich. Vorher ist in Baden-Württemberg für den 27. Oktober bereits eine zweite Verhandlungsrunde angesetzt.

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