Erste Absage im Kölner Karneval: Zollstocker Dienstagszug fällt 2027 aus
Der Zollstocker Dienstagszug im Kölner Südstadtveedel wird 2027 nicht stattfinden. Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges begründen die Absage mit stark gestiegenen Kosten. Vorsitzender Michael Siegenbruck verweist zudem auf wegbrechende Teilnehmer und die schwierige Suche nach Helfern.

Der Zollstocker Dienstagszug wird im Jahr 2027 nicht stattfinden. Im Kölner Karneval ist damit bereits die erste Absage für einen Straßenzug erfolgt. Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges erklärten, sie könnten und würden den Zug im kommenden Jahr leider nicht durchführen. Die Veranstalter sprechen von stark gestiegenen Kosten.
Der Zug gehört seit rund 65 Jahren zum Karneval im Kölner Südstadtveedel. Im Rekordjahr 2024 nahmen laut dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ rund 1500 Menschen daran teil.
Als entscheidenden Grund nennt der Vorsitzende Michael Siegenbruck die gestiegenen Kosten. Der 53-Jährige sprach gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ von einer Finanzierungskatastrophe durch den hohen Sicherheitsdienst; hinzu kämen immer strengere Auflagen. Ein Zug koste jedes Jahr 13.000 Euro, und dieses Geld müsse jedes Jahr eingenommen werden.
Zugleich seien wichtige Teilnehmer weggebrochen: Zwei Schulen hätten bereits abgesagt, ebenso der Verein „Fidele Fortuna“. Auch der veranstaltende Verein selbst könne die Kosten nicht stemmen. Nach Siegenbrucks Angaben hat der Verein knapp 80 Mitglieder bei einem Mitgliedsbeitrag von 20 Euro, weshalb man auf Sponsoren und Goodwill angewiesen sei. Sein Fazit lautete: Es komme in diesem Jahr alles zusammen.
Probleme gebe es demnach auch bei anderen Veranstaltungen und bei der Suche nach Helfern. Der Frühschoppen sei nicht gut gelaufen, das Veedelsfest habe ausfallen müssen. Siegenbruck sagte, das sei eigentlich sehr traurig, denn man bekomme kaum noch Hilfe zusammen.
Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges hatten sich 2010 neu formiert. Siegenbruck ist seit 16 Jahren im Verein und seit rund zehn Jahren dessen erster Vorsitzender. Nach eigenen Angaben plant er, bei der Jahreshauptversammlung im November zurückzutreten.
Den Zug will Siegenbruck dennoch nicht dauerhaft aufgeben. Sein Blick richte sich bereits auf 2028; er hoffe, dass viele sich zusammenreißen und eine Lösung finden, damit das wieder funktioniert.