Gladbach nach Fehlstart: Andre Schubert erinnert an die Wende von 2015
Borussia Mönchengladbach steht nach fünf Bundesliga-Spielen ohne Punkt auf dem letzten Tabellenplatz. Ex-Trainer Andre Schubert erinnert an die Wende von 2015 und sieht Alexander Blessin in der Pflicht, schnell eine klare Identität zu vermitteln.

Borussia Mönchengladbach steht nach dem 5. Spieltag der Bundesliga mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Das ist der historisch schlechteste Start der Vereinsgeschichte.
Das 1:2 beim 1. FC Köln war zugleich das misslungene Debüt von Alexander Blessin als neuem Trainer.
Ein vergleichbares Tief hatte es bereits 2015 gegeben. Damals folgte auf eine Derbyniederlage eine bemerkenswerte Wende, an die sich der frühere Trainer Andre Schubert erinnert.
Auch 2015 hatte Gladbach das Rheinderby verloren, damals mit 0:1 in Köln. Unmittelbar danach gab Lucien Favre überraschend seinen Posten auf. Schubert übernahm zunächst als Interimslösung und führte das Team bis auf Rang vier.
Im Interview mit Sport1 sagte Schubert: „Wir hatten damals andere Voraussetzungen“. Der Rückblick zeigt damit deutliche Unterschiede zwischen den beiden Krisen.
Schubert nannte damals erfahrene Spieler wie Lars Stindl, Granit Xhaka, Raffael und Oskar Wendt sowie mit Mo Dahoud einen jungen Spieler mit enormem Potenzial. Die Grundqualität sei damals laut Schubert höher gewesen.
Auf dem Rasen stehen laut Bericht aktuell ebenfalls erfahrene Spieler wie Tim Kleindienst, Ko Itakura und Moritz Nicolas. Mit Wael Mohya gibt es zudem einen talentierten Youngster aus den eigenen Reihen.
Schuberts erste Phase als Trainer verlief erfolgreich: Sein erstes Spiel gewann Gladbach mit 4:2 gegen Augsburg, nach 21 Minuten stand es bereits 4:0. Es folgten sechs Bundesliga-Siege in Serie, insgesamt zehn Partien ohne Niederlage und Tabellenplatz vier.
Eine Wiederholung einer solchen Serie hält Schubert für unrealistisch.
Für Blessin sieht Schubert vor allem eine grundlegende Aufgabe: Er müsse möglichst schnell vermitteln, für welchen Fußball Borussia Mönchengladbach stehen soll, und sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Nach Schuberts Ansicht braucht die Mannschaft eine klare Identität. Gladbach könne aktuell nicht davon ausgehen, fast jeden Gegner schlagen zu können, weshalb ein erkennbarer Spielstil umso wichtiger sei.
Erste Ansätze davon hat Schubert in Köln durchaus gesehen. Die Mannschaft habe gekämpft, mutig nach vorne gespielt und nach Ballverlusten ins Gegenpressing gefunden. Bei stimmender Leistung kämen die Ergebnisse automatisch, andersherum funktioniere es nicht.
Blessin hatte nach dem Derby betont, dass sein Team bis zum Schluss alles investiert habe. Im kommenden Heimspiel gegen Hoffenheim müsse nach Einschätzung des Berichts mehr herauskommen.
Schubert zeigt sich dennoch besorgt um seinen früheren Verein. Er bange wirklich um Borussia Mönchengladbach, weil er dem Verein viel zu verdanken habe.
2015 war unter der Leitung des heute 55-Jährigen aus dem Fehlstart eine Erfolgsgeschichte geworden. Der Bericht hält eine solche Entwicklung derzeit nicht für einen realistischen Maßstab, sieht die Borussia aber dringend auf eine Wende angewiesen.