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Bahn führt bundesweites Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen ein

Seit Mitternacht gilt an rund 5.700 Stationen der Deutschen Bahn bundesweit ein Alkoholkonsumverbot, auch auf den Bahnsteigen. Die Bahn will damit nach eigenen Angaben Bahnhöfe sicherer und sauberer machen. Kontrollen sollen mit Augenmaß erfolgen.

Radio Lippe · 15.10.2026 · 00:05 Uhr

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Auf allen Bahnhöfen in Deutschland ist Alkohol seit Mitternacht verboten, auch auf den Bahnsteigen. Ob Feierabendbier am Bahnsteig oder Getränk auf dem Weg zum Bundesligaspiel: Das Verbot gilt laut Bericht der Nachrichtenagentur dpa bundesweit an allen rund 5.700 Stationen der Deutschen Bahn.

Ausgenommen sind Gaststätten in den Bahnhöfen. In Zügen darf in der Regel weiterhin Alkohol getrunken werden. In den Bordbistros der Fernzüge verkauft die Bahn Alkohol sogar selbst. Ausnahmen können auch dort gelten, wo Bahnhofsgebäude nicht der DB gehören.

Das sogenannte Alkoholkonsumverbot solle die Bahnhöfe sicherer und sauberer machen, teilte die Bahn mit. Ziel sei es, den Aufenthalt in den Bahnhöfen angenehmer zu gestalten. Ein Anlass für den Schritt war ein Vorfall in Baden-Württemberg.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurde dort im Juli ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug von einem 36 Jahre alten Fahrgast geschlagen und getreten. Während des Gerangels gab die Zugtür nach, und der Bahnmitarbeiter fiel durch einen Spalt aus dem fahrenden Zug. Der 36-Jährige soll alkoholisiert gewesen sein.

Das Verbot ist Teil des DB-Hausrechts, das den Sicherheitskräften der Bahn eine Handhabe gibt. Bei Kontrollgängen sollen sie Personen ansprechen, die gegen das Verbot verstoßen. Wer sich nicht daran halte, werde mit Augenmaß angesprochen, hieß es von der Bahn. Im schlimmsten Fall könne ein Hausverbot folgen.

Bahnsprecherin Anja Bröker sagte mit Blick etwa auf Bundesliga-Partien in Städten, das Alkoholkonsumverbot gelte an den Bahnhöfen an jedem Tag, auch an Tagen mit Großveranstaltungen. Nach Einschätzung der dpa dürfte das neue Verbot vor allem an solchen Tagen auf eine harte Probe gestellt werden. Auch dann setze die Bahn jedoch auf Fingerspitzengefühl und Augenmaß, hieß es.

Das Verbot ist nicht neu: An knapp 40 großen Bahnhöfen ist Alkohol schon seit längerem tabu. Dazu gehören die Hauptbahnhöfe in Köln, Kiel, Heidelberg, München, Hamburg und Berlin. Die Bahn bewertet die Erfahrungen als positiv. Laut Bröker sorge das Verbot für weniger Konflikte und weniger Müll. Reisende und Mitarbeitende fühlten sich an den Bahnhöfen wohler.

Mirko Schwärzel aus der Bundesgeschäftsführung der Bahnhofsmission betonte bei einem Pressetermin mit der Bahn, die Umsetzung dürfe nicht zu Ungleichbehandlung und Stigmatisierung führen. Die Regeln müssten dann für alle gelten. Feiernde und Fußballfans müssten genauso behandelt werden wie Wohnungs- und Obdachlose. Schwärzel warnte zudem vor einer Verdrängung ins Bahnhofsumfeld. Grundsätzlich unterstütze die Bahnhofsmission die Initiative der Bahn.

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