Häftling in Essen befreit – NRW-Justizminister spricht von dreistem Angriff
In der Essener Innenstadt haben zwei maskierte Unbekannte zwei Justizbeamte überwältigt und einen 34-jährigen Untersuchungshäftling befreit. NRW-Justizminister Benjamin Limbach verurteilte den Angriff scharf und sprach von einem dreisten Angriff auf den Staat.

Nach der Befreiung eines Untersuchungshäftlings in der Essener Innenstadt hat NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) den Angriff auf Justizvollzugsbedienstete scharf verurteilt. Limbach sagte, er sei erleichtert, dass die Kollegen unverletzt geblieben seien, und dankte ihnen für ihren besonnenen Einsatz.
Der Minister beschrieb die Tat als mit erheblicher krimineller Energie am helllichten Tag mitten in Essen verübt und bezeichnete sie als dreisten Angriff auf den Staat. Im Mittelpunkt stehe nun, die Täter zu ergreifen und die Hintergründe der Tat aufzuklären.
Am Mittwoch gegen 12.45 Uhr hatten zwei maskierte Unbekannte in der Essener Innenstadt zwei Justizbeamte überwältigt und einen 34 Jahre alten Häftling befreit. Die Beamten hatten den Gefangenen aus der Justizvollzugsanstalt Essen zu einer Arztpraxis am Kennedyplatz gebracht. Dort seien sie im Hausflur überwältigt und gefesselt worden.
Der Häftling und seine beiden Helfer flüchteten in unterschiedliche Richtungen. Laut NRW-Justizministerium befand sich der 34-Jährige wegen des Verdachts auf Drogendelikte und gefährliche Körperverletzung in Untersuchungshaft.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kam es zu einer Rangelei, in deren Verlauf ein Beamter seine Waffe zog. Diese sei ihm aus der Hand geschlagen worden.