Nach 0:1 in Bodø: Kovac übernimmt Verantwortung für die Aufstellung
Nach dem 0:1 bei FK Bodø/Glimt räumt BVB-Trainer Niko Kovac Fehler bei der Aufstellung ein und übernimmt die Verantwortung. Besonders die Offensive enttäuschte. Vor dem Spiel bei Union Berlin am Samstag ist nach der ersten Saisonniederlage eine Reaktion gefragt.

Sein Geburtstag hätte schöner ausfallen können: Niko Kovac wurde am Donnerstag 55 Jahre alt. Bei nasskaltem Wetter wurde er auf dem Weg zum Flughafen im nordnorwegischen Bodø noch einmal mit der Niederlage vom Vorabend konfrontiert. Nur rund 800 Meter vom Flughafen entfernt hatte Borussia Dortmund beim 0:1 (0:0) bei FK Bodø/Glimt seine erste Saisonniederlage kassiert.
BVB-Trainer Kovac kritisierte die Leistung deutlich: „Das war unser erstes richtig schlechtes Spiel.“ Trotz der Niederlage gab es wenig später noch eine kleine Kabinenparty für das Geburtstagskind. Kovac, der am Dienstag eine Vertragsverlängerung bis 2029 erhalten hatte, war jedoch nicht nach Feiern zumute.
Kovac räumte ein, die Mannschaft aufgestellt zu haben. Mit den Spielern, die zum Einsatz kamen, habe man nicht richtig gelegen. Er habe entschieden und übernehme die Verantwortung.
Sportchef Lars Ricken reagierte verärgert: Dass Kovac die Verantwortung übernehme, ehre ihn. Erst kurz zuvor hatte Ricken bei der Vertragsverlängerung die Arbeit des Trainers seit Februar 2025 in den höchsten Tönen gelobt. In Norwegen habe sich Kovac nach Einschätzung des Berichts jedoch verkalkuliert. Der Verzicht auf Nico Schlotterbeck nach zuletzt erlittenen Sprunggelenksverletzungen erschien angesichts der Bedingungen auf dem Kunstrasen in Bodø noch nachvollziehbar.
Dabei hätte ein Mentalitätsspieler wie der Nationalverteidiger nach Einschätzung des Berichts klar gutgetan. Abwehrspieler Waldemar Anton sagte bei DAZN, in vielen Bereichen habe die Intensität gefehlt, das sei deutlich zu wenig gewesen.
Kovac ärgerte sich vor allem über die fünf Spieler, die er im Vergleich zum 2:2 gegen Werder Bremen in der Bundesliga am vergangenen Freitag in die Startelf rotiert hatte. Jeder im Kader habe die Möglichkeit zu spielen und die Qualität dazu, sagte Kovac; das sei bei diesem Spiel nicht gelungen.
Besonders in der Offensive enttäuschten Fábio Silva, der Serhou Guirassy ersetzte, und Samuele Inacio massiv. Inacio, der anstelle von Ethan Nwaneri auflief, hatte seinen ersten Startelf-Einsatz seit seiner Roten Karte am ersten Spieltag gegen den Hamburger SV. Auch Maximilian Beier fiel nach Einschätzung des Berichts in dieser Offensive komplett aus.
Kovac verlangte mit Blick auf die Offensive mehr Aggressivität und Intensität im Zweikampf sowie einen besseren Umgang mit dem Ball. Wenn der Ball immer in den Fuß verlangt werde und die Tiefe nicht attackiert und die Kette nicht gesprengt werde, sei es relativ einfach zu verteidigen, sagte er. Erst nach den Einwechslungen von Guirassy, Nwaneri, Felix Nmecha und Julian Ryerson änderte sich das Spiel in der zweiten Halbzeit zugunsten des BVB, allerdings zu spät.
Damit steht der bislang gut in die Saison gestartete BVB nach dem zweiten sieglosen Spiel in Folge vor der ersten Herausforderung in dieser Spielzeit. Am Samstag bei Union Berlin ist eine Reaktion gefragt. Ricken sagte, er könne das Spiel kaum erwarten; mit etwas Wut im Bauch dorthin zu fahren, sei auch nicht verkehrt.
Kovac sagte, man wisse, was es in Berlin brauche. Er dürfte sein Team anders aufstellen, denn es werde auch wieder viel um Einsatz und Leidenschaft gehen; erst dann könne man Fußball spielen.
Trotz der verspielten Punkte und der entgangenen Millionen-Prämie der UEFA für einen Champions-League-Sieg sind die Verantwortlichen noch nicht alarmiert. Sportdirektor Ole Book sagte, es gebe keinen Grund, grundsätzliche Themen zu suchen, warnte aber deutlich, dies dürfe nicht wieder passieren.