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Flensburg zeigt Kunst aus dem Keller der Landesvertretung

Rund 50 Werke aus der Sammlung der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung sind ab Samstag bis zum 10. Januar 2027 in Flensburg zu sehen. Es ist die erste Präsentation der Bilder in einem Museum. Zuvor lagerten sie mehr als 20 Jahre im Keller.

SZ.de · 09.10.2026 · 15:01 Uhr

Artikelbild der Quelle zu: Neue Ausstellung - Von Bonn nach Flensburg – Kunstschätze der Landesvertretung - Kultur - SZ.de
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Nach mehr als 20 Jahren im Keller der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung kommen rund 50 Kunstwerke erstmals in einem Museum zur Schau. Die Ausstellung „Bonn - Berlin - Flensburg - Die Sammlung der Landesvertretung Schleswig-Holstein“ ist von Samstag an bis zum 10. Januar 2027 in Flensburg zu sehen. Die Bilder waren nach dem Umzug der Vertretung von Bonn nach Berlin vergessen worden. Anfangs bestimmten laut dpa Landschaftsbilder und historische Stadtansichten die Sammlung, später stand zunehmend die zeitgenössische Kunst des Landes im Mittelpunkt.

Michael Fuhr, Leiter des Museumsbergs in Flensburg, beschreibt die Auswahl als sehr bunte Mischung. Sie reiche von Originalstichen aus der Renaissance, darunter die älteste Stadtansicht Rendsburgs von etwa 1583, bis zu zeitgenössischen Positionen. Wer die Sammlung begonnen habe, nach welchen Kriterien und ob es je ein Sammlungskonzept gegeben habe, lasse sich laut Fuhr nicht mehr rekonstruieren. Unterlagen dazu existierten nicht.

Auf eine klare Ankaufspolitik deutet wenig hin: Die gleiche Kieler Marktplatzansicht findet sich zweimal in der Sammlung. Dennoch lassen vor allem die frühen Erwerbungen nach Fuhrs Einschätzung eine kulturpolitische Haltung erkennen. Demnach wurden unter anderem Künstlerinnen und Künstler unterstützt, die nach Krieg und NS-Zeit nur schwer wieder Fuß fassen konnten, darunter Horst Skodlerrak, Annemarie Ewertsen und Leonore Vespermann. Zu sehen sind außerdem Arbeiten von Ernst Günter Hansing, Siegward Sprotte, Jan Koblasa, Ilse Willers und Albert Christoph Reck.

In der Ausstellung steht nicht immer die Vorderseite im Fokus. Einige Werke hängen verkehrt herum an der Wand, weil nach Fuhrs Worten manchmal die Rückseite die spannendere Geschichte erzählt. Als Beispiel nennt er die Widmung einer Baufirma, die der Landesvertretung als Dank für einen Auftrag ein Bild geschenkt hatte.

Die jahrzehntelange Lagerung im Keller hat vielen Bildern laut Fuhr zugesetzt. Sie seien von dicken Schichten aus Staub und Schmutz bedeckt gewesen. Beim Transport gingen teilweise die Rahmen kaputt, sodass empfindliche Papierarbeiten ohne Glas in ihren Rahmen steckten. Nicht alle der jetzt gezeigten Bilder sind bereits restauriert.

Manche Ölgemälde wurden schon während der Nutzung der Landesvertretung beschädigt, nicht erst durch Transport und Lagerung. Weil damals noch geraucht wurde, haben einige eine dicke Nikotinschicht. Fuhr zeigt auf gelblich-braune Wolken auf einem Gemälde, die früher vermutlich weiß waren. „Das sind Zeitzeugen, diese Bilder“, sagt er.

Nach der Ausstellung bleibt die Sammlung der Landesvertretung als Schenkung in Flensburg. So sollen die Bilder dauerhaft bewahrt werden und öffentlich zugänglich bleiben.

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