Kölner Zoo: Persischer Leoparden-Nachwuchs nach künstlicher Besamung
Im Kölner Zoo zeigt sich das vor drei Monaten geborene Leoparden-Weibchen Arya nun regelmäßig zusammen mit Mutter Mitra im Außengehege. Der Nachwuchs entstand nach einer künstlichen Besamung, die bei Persischen Leoparden weltweit erst zum dritten Mal zum Erfolg führte.

Im Kölner Zoo streift seit Kurzem ein junges Leopardenkind durch das Außengehege. Das Leoparden-Weibchen Arya kam bereits vor drei Monaten zur Welt und ist inzwischen vollständig geimpft. Wie der Tierpark am Donnerstag, dem 15. Oktober, mitteilte, zeigt sich das Jungtier zusammen mit Mutter Mitra nun regelmäßig den Besuchern in der Außenanlage.
Auf natürlichem Weg hatte es mit der Fortpflanzung zwischen der Leopardin Mitra und dem Zuchtkater Grom nicht geklappt. Daraufhin entschied sich das Zoo-Team für eine künstliche Besamung. Weltweit war diese Methode bei Persischen Leoparden erst zum dritten Mal erfolgreich, in Köln gelang sie gleich beim ersten Versuch. Eine Spezialistin für Katzen-Reproduktion aus dem Allwetterzoo Münster leistete dabei maßgebliche Unterstützung.
Der Vater des Jungtiers, der Kater Grom, stammt ursprünglich aus dem russischen Sotschi. Dort zogen Menschen ihn per Hand auf, weshalb er kein typisches Sozialverhalten seiner Art entwickelte. Als Ursache für die ausbleibende natürliche Paarung wird genau dieses fehlende Sozialverhalten genannt. Bis 2022 teilte er sich in einem französischen Tierpark das Gehege mit einer älteren Artgenossin, Nachwuchs zeugte er in dieser Zeit jedoch nicht.
Für den Eingriff versetzten Tierärzte den Kater in Narkose und entnahmen ihm Spermien. Nach einer speziellen Aufbereitung wurden diese der ebenfalls betäubten Mitra injiziert. Beide Raubkatzen haben einen enormen genetischen Wert für den Erhalt ihrer Art, ihre Gene tauchen in den Zuchtlinien europäischer Zoos bislang kaum auf. Den großen Aufwand begründet der Zoo gerade mit dieser Seltenheit.
In freier Wildbahn gibt es schätzungsweise nur noch rund 1.000 Persische Leoparden, die heute hauptsächlich im Iran leben. Einst erstreckte sich ihr natürlicher Lebensraum von der östlichen Türkei bis in den westlichen Teil Pakistans.
Der Persische Leopard ist eine der größten Unterarten des Leoparden und gilt laut der IUCN als stark gefährdet. Männchen werden bis zu 90 bis 100 Kilogramm schwer, Weibchen meist etwas leichter mit etwa 37 bis 60 Kilogramm. Ihr Fell ist hellgelb bis tiefgolden mit großen, markanten schwarzen Rosetten. In freier Wildbahn liegt die Lebenserwartung bei bis zu 15 bis 20 Jahren, in menschlicher Obhut etwas länger.
Wissenschaftlich geleitete Tierparks unternehmen deshalb große Anstrengungen für den Artenschutz. Ziel ist es, künftig genetisch vielfältige Tiere in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten auszuwildern.
Der Kölner Zoo hält aktuell vier dieser seltenen Raubkatzen. Dort gelang in der Vergangenheit bereits die allererste erfolgreiche künstliche Besamung bei einem Persischen Leoparden. Den zweiten weltweiten Erfolg verzeichnete der Allwetterzoo Münster; auch dabei kamen Spermien von Grom zum Einsatz.