Deutschland: Studie erwartet Bevölkerungsrückgang auf 81,8 Millionen bis 2045
Laut der Studie «Demografische Lage der Nation» des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung dürfte Deutschlands Einwohnerzahl bis 2045 auf rund 81,8 Millionen sinken. Gut zwei Drittel der 400 Kreise und kreisfreien Städte müssen demnach mit weniger Einwohnern rechnen. Große Städte wachsen der Studie zufolge teils weiter, in Ostdeutschland und im ländlichen Raum nehmen die Unterschiede zu.

Die Bevölkerung in Deutschland wird nach einer neuen Studie bis 2045 auf rund 81,8 Millionen Menschen zurückgehen. Das geht aus der Untersuchung «Demografische Lage der Nation» hervor, die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung vorgestellt hat. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben im Jahr 2026 rund 83,3 Millionen Menschen in Deutschland.
Gut zwei Drittel der 400 Kreise und kreisfreien Städte müssen laut der Studie mit einem Bevölkerungsrückgang rechnen. Dazu zählen auch knapp 200 Regionen, die vor wenigen Jahren noch Zuwächse verzeichneten und nun voraussichtlich schrumpfen.
Das Berlin-Institut untersuchte gemeinsam mit der Wüstenrot-Stiftung zum fünften Mal alle 400 Kreise und kreisfreien Städte. In das bundesweite Bewertungssystem gehen 26 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und soziale Bedingungen ein. Institutsdirektorin Catherina Hinz sagte, entscheidend sei nicht die Frage, ob Deutschland insgesamt wachse oder schrumpfe, sondern wo dies geschehe.
Manuel Slupina von der Wüstenrot-Stiftung bezeichnete den Rückgang der Gesamtbevölkerung als moderat. Regional gebe es allerdings deutliche Unterschiede: Viele Großstädte dürften künftig weiter wachsen, einige ländliche Regionen dagegen deutlich an Bevölkerung verlieren.
Besonders im Osten entwickeln sich die Regionen der Studie zufolge zunehmend auseinander. Von den 20 Kreisen und kreisfreien Städten mit den schwächsten Gesamtbewertungen liegen 12 in Ostdeutschland, 2019 waren es 5. Die positive Entwicklung, die viele ostdeutsche Regionen zwischen 2014 und 2024 durchliefen, setzt sich demnach nicht überall fort. Bei Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen liegen erfolgreiche und schwächere Regionen heute teils weit auseinander.
Auch im Westen gibt es der Studie zufolge große Unterschiede. So dürfte das Saarland weiter Einwohner verlieren, während Städte wie Frankfurt am Main oder Düsseldorf wachsen dürften.
Unter den Bundesländern setzt sich Bayern an der Spitze immer deutlicher ab. Von den 20 am besten platzierten Kreisen und kreisfreien Städten liegen 18 in Bayern; 2019 waren es noch 12, wie Adrián Carrasco Heiermann vom Berlin-Institut sagte.