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Dischingen: Varta Consumer Batteries wird eigenständig, 990 Stellen bleiben

Das Geschäft mit Haushaltsbatterien von Varta wird aus der Varta-AG-Gruppe herausgelöst. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dies genehmigt. Die wichtigsten Kreditgeber übernehmen die Anteile und stellen frisches Kapital in mehrstelliger Millionenhöhe bereit. Nach Unternehmensangaben bleiben rund 990 Arbeitsplätze erhalten, die Produktion in Dischingen läuft weiter.

WinFuture.de · 09.10.2026 · 21:10 Uhr

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Varta Consumer Batteries, das Geschäft mit Haushaltsbatterien, wird aus der bisherigen Varta-AG-Gruppe herausgelöst und soll eigenständig weiterarbeiten. Während die Gruppe weiter mit der Insolvenz zu tun hat, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Herauslösung genehmigt. Nach Angaben des Unternehmens bleiben alle rund 990 Arbeitsplätze erhalten, etwa 820 davon in Deutschland. In Dischingen läuft die Batterieproduktion weiterhin im Dreischichtbetrieb.

Die wichtigsten Kreditgeber der bisherigen Varta-AG-Gruppe übernehmen sämtliche Gesellschaftsanteile an Varta Consumer Batteries. Zugleich wurde das Unternehmen mit frischem Kapital in mehrstelliger Millionenhöhe ausgestattet. Einen konkreten Betrag nennt Varta nicht.

Mit der Neuordnung wird das Consumer-Geschäft auch finanziell von der früheren Konzernstruktur getrennt. Verpflichtungen und Sicherheiten aus der gemeinsamen Konzernfinanzierung wurden freigegeben. Dadurch kann Varta Consumer Batteries seine Finanzierung unabhängig von den übrigen Gesellschaften aufstellen.

Für Kunden ändert sich nach Unternehmensangaben zunächst nichts: Produktion und Lieferungen sollen ohne Unterbrechung weiterlaufen, bestehende Verträge bleiben gültig. Auch Garantieleistungen und andere Kundenansprüche sollen uneingeschränkt bestehen bleiben.

Der zentrale Produktionsstandort für Haushaltsbatterien bleibt Dischingen in Baden-Württemberg. In Ellwangen-Neunheim sind Verwaltung und Logistik angesiedelt. Einen Personalabbau sieht das Unternehmen im Zuge der Herauslösung nicht vor. In den kommenden Monaten sollen stattdessen zusätzliche Beschäftigte eingestellt werden.

Dirk Schabel, Bürgermeister der Gemeinde Dischingen, erklärte, die Lösung sei nach einem intensiven, aber konstruktiven Dialog erreicht worden, an dem auch der Produktionsstandort Dischingen beteiligt war. Damit seien hunderte Arbeitsplätze in der Gemeinde gerettet, und Varta bleibe dort als Hersteller von Haushaltsbatterien erhalten. Schabel bezeichnete das als Industriepolitik „Made in Dischingen“.

Bis Ende 2028 plant Varta Consumer Batteries weitere Investitionen in Dischingen, ein Teil der Vorhaben ist bereits in Umsetzung. Das Geld soll vor allem in neue Produktionsanlagen, stärkere Automatisierung und veränderte Verpackungen fließen. Verpackungen aus Karton und Kunststoff sollen dabei durch reine Kartonverpackungen ersetzt werden.

Die Haushaltsbatterien werden weiterhin in Deutschland hergestellt. Die dafür benötigten Rohmaterialien stammen laut Unternehmen nahezu vollständig aus der Europäischen Union. Zum Sortiment gehören außerdem Akkus, Knopfzellen, Hörgerätebatterien, Powerbanks und Ladegeräte.

Bis 2029 rechnet das Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent. Dafür will es unter anderem seine Präsenz in europäischen Märkten ausbauen. Auch der Onlinehandel und der direkte Verkauf an Verbraucher sollen stärker zum Geschäft beitragen.

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