„Bares für Rares“: BVB-Erinnerungsstücke bringen 250 bis 650 Euro
Bei „Bares für Rares“ brachten Fans ein BVB-Trikot, eine Sitzschale aus dem alten Westfalenstadion und einen Pokal ins Studio. Die Händler zahlten zwischen 250 und 650 Euro. Der Pokal wurde für 650 Euro zugeschlagen, obwohl der Experte 50 Euro geschätzt hatte. Laut Archivar Gerd Kolbe im Borusseum handelt es sich nicht um den echten Meisterpokal von 1949/50.

Borussia Dortmund spielt seit 1976 ohne Unterbrechung in der ersten Bundesliga. Auch bei „Bares für Rares“ hat der BVB einen festen Platz. Fans brachten ein Spielertrikot, eine Stadion-Sitzschale und einen Pokal ins Studio. Die Händler zahlten dafür zwischen 250 und 650 Euro.
Hinter den Preisen stecken kleine Geschichten. Dabei ging es um Unterschriften bekannter Spieler und um die Frage, ob ein Pokal echt ist. Experten und Händler lagen nicht immer beieinander, außerdem war ein Schalke-Fan beteiligt.
Laut kino.de läuft „Bares für Rares“ werktags um 15:05 Uhr im ZDF. Wiederholungen zeigt ZDF neo um 8:50 Uhr und um 18:30 Uhr. Die Sendung hat weit mehr als 1.000 Folgen, und das Konzept hat sich in dieser Zeit nicht verändert.
Verkäufer lassen ihre Stücke zunächst von einem Sachverständigen schätzen. Danach feilschen sie im Händlerraum um den Verkaufspreis. Die Expertise ist nur ein Richtwert, wie der Pokal-Fall zeigt: Der Experte schätzte ihn auf 50 Euro, die Händler zahlten 650 Euro.
Moderator Horst Lichter hat zum Sport wenig Bezug. Zum BVB-Trikot sagte er sinngemäß, ihm sei so etwas einmal geschenkt worden, und zu Hause habe er nur von einem T-Shirt gesprochen.
Timo und Yannic Formalla aus Hagen brachten ein Trikot der Saison 1995/96 mit. Auf dem Rücken stand die Nummer 6 von Matthias Sammer, auf der Vorderseite hatten sich viele Spieler verewigt. Die Brüder hofften auf 500 Euro.
Experte Detlev Kümmel erkannte ein Original-Trikot, das nicht für Fans angefertigt wurde. Ob Sammer es tatsächlich getragen hat, ließ sich laut kino.de nicht belegen. Auf dem Trikot fanden sich Unterschriften von Lars Ricken und Ottmar Hitzfeld, ausgerechnet die Unterschrift Sammers fehlte.
Kümmel nannte eine realistische Einschätzung von 500 bis 800 Euro und sagte, die Grenze nach oben könne offen sein. Dabei unterlief ihm laut Berliner Kurier ein Patzer: Er nannte 1995/96 die erste Meistersaison, tatsächlich gewann der BVB den Titel bereits 1994/95.
Im Händlerraum startete Schmitz-Avila bei 100 Euro, Wolfgang Pauritsch bot mit. Bei 200 Euro geriet das Bieten ins Stocken, danach folgten 400 und 450 Euro. Pauritsch legte 50 Euro dazu und begründete das damit, dass die Bayern so gerne gegen Dortmund spielen. So erreichten die Brüder ihre 500 Euro.
Lukas Knieper aus Ense im Kreis Soest brachte eine gelbe Sitzschale aus dem alten Westfalenstadion mit. Er hatte sie 2005 zu Weihnachten von seinen Eltern bekommen. Auf der Schale standen Unterschriften der damaligen Mannschaft.
Experte Sven Deutschmanek fiel die Einordnung schwer. Er erkannte die Namen von Roman Weidenfeller und Martin Amedick und nannte laut Soester Anzeiger eine Spanne von 60 bis 250 Euro. Knieper selbst hatte rund 80 Euro erhofft.
Die Händler boten schnell dreistellige Summen. Bei 200 Euro kündigte Schmitz-Avila an, diesen Betrag an die BVB-Stiftung „leuchte auf“ zu spenden. Knieper gefiel dieser Vorschlag.
Kunsthändler Thorsten Schlößner bot 220 Euro, Knieper forderte 250 Euro. Schlößner willigte ein, am Ende flossen 500 Euro. Je 250 Euro gingen an Knieper und an die Stiftung.
Hans-Christian Grunau, ein Schalke-Fan aus Recklinghausen, brachte einen Messing-Pokal mit. Die Gravur nannte Borussia Dortmund als westdeutschen Meister der Saison 1949/50. Sein Vater hatte das Stück vor über 20 Jahren auf einem Flohmarkt im Westfalenstadion gekauft.
Experte Sven Deutschmanek zweifelte an der Echtheit und hielt den Pokal für deutlich älter. Nach seiner Meinung ließ ein Fan die Gravur später anfertigen. Er schätzte den Wert auf 50 Euro, die Händler sahen das anders.
Julian Schmitz-Avila hielt den Pokal für möglicherweise echt und lieferte sich ein Bietergefecht. Bei 650 Euro erhielt er den Zuschlag, mehr als das Zehnfache der Expertise. Danach fuhr er ins Borusseum, das Museum des BVB.
Dort klärte Archivar Gerd Kolbe auf: Es handele sich nicht um den echten Meisterpokal von 1949/50. Laut Kolbe gehörte der Pokal dem Verteidiger Heinrich Ruhmhofer, der sich im ersten Saisonspiel schwer verletzte. Zwei Freunde ließen daraufhin einen Pokal nach dem Vorbild der Meistertrophäe anfertigen. Schmitz-Avila spendete ihn dem Borusseum.