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Notruf der „Gewitter-Oma“ ging nicht in Neuss ein, sondern wohl in Bochum

Der Anruf der „Gewitter-Oma“ ist echt, doch der Ort, mit dem er lange verbunden wurde, stimmt nicht. Die Leitstelle Neuss bestätigt das Telefonat, hat es aber nie entgegengenommen. Die Frau soll um die Jahrtausendwende in Bochum angerufen haben. Wie die Aufnahme ins Netz gelangte, kann die Polizei Bochum nach eigenen Angaben nicht mehr nachvollziehen.

DerWesten · 10.10.2026 · 14:39 Uhr

Artikelbild der Quelle zu: Notruf gelangte an die Öffentlichkeit: Polizei Bochum rückt Info nicht raus
KI-Illustration aus der Originalquelle

Die „Gewitter-Oma“ zählt zu den bekanntesten Memes Deutschlands. Der Notruf einer älteren Frau aus NRW verbreitete sich im Netz rasant und wurde tausendfach geteilt. Nach einem Gewitter ruft die Frau bei der Polizei an und erzählt, sie habe eine Tochter in Düsseldorf und in Neuss wohnen und noch nichts von ihr gehört. Der Beamte antwortet laut und bestimmt: „Da war nix!“

Der WDR ist der Frage nachgegangen, was tatsächlich hinter dem Gespräch steckt: wo und wann es stattfand und wie es an die Öffentlichkeit gelangte. Dabei kam heraus, dass das Telefonat echt ist, der lange damit verbundene Ort aber nicht stimmt.

Die Leitstelle in Neuss bestätigt, dass das Gespräch genau so geführt wurde. Bei ihr ging der Anruf allerdings nie ein. Stattdessen soll die Frau um die Jahrtausendwende die Leitstelle in Bochum angerufen haben. Der Notruf ist demnach kein Fake, doch die Verbindung nach Neuss war falsch.

Hinzu kommt ein heikler Punkt: Die Veröffentlichung eines Notrufs ist grundsätzlich verboten. Wie die Aufnahme dennoch ihren Weg ins Netz fand, kann die Polizei Bochum nach eigenen Angaben nicht mehr nachvollziehen.

Zum Hintergrund nennt der Bericht einige Grundlagen zum Notruf. In allen EU-Ländern gilt die 112 als einheitliche Notrufnummer. Sie lässt sich kostenlos wählen, auch ohne SIM-Karte oder Guthaben. In Deutschland erreicht man die Polizei über die 110.

Leitstellen fragen in der Regel nach vier Dingen: Wo ist etwas passiert? Was ist passiert? Wie viele Menschen sind betroffen? Welche Verletzungen liegen vor? Anrufende sollten auf Rückfragen warten und erst auflegen, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.

Notrufe werden in der Regel aufgezeichnet, damit sich Einsätze nachvollziehen und Missverständnisse klären lassen. Die Aufnahmen unterliegen dem Datenschutz und dürfen nicht einfach veröffentlicht werden.

Wer die Notrufnummer ohne Grund wählt oder einen Notfall vortäuscht, kann bestraft werden. Möglich sind Geldstrafen, in schweren Fällen auch Freiheitsstrafen.

Bei Anrufen vom Handy kann die Leitstelle den ungefähren Standort oft automatisch ermitteln. Zusätzlich unterstützt in Deutschland die Notruf-App „nora“ das Absetzen von Notrufen, vor allem für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung.

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