Dülmen: Schadcode auf städtischen Internetseiten, Stadt warnt Besucher
Die Stadt Dülmen hat einen Cyberangriff auf mehrere ihrer Internetseiten öffentlich gemacht. Fast 24 Stunden lang war dort Schadcode platziert, Besucher bekamen ein gefälschtes Captcha angezeigt. Wer der Aufforderung folgte, könnte sich Schadsoftware eingefangen haben. Die Seiten gelten inzwischen wieder als sicher. Daten der Stadt wurden nach erster Einschätzung wohl nicht erbeutet.

Die Stadt Dülmen hat einen erfolgreichen Cyberangriff auf ihre Internetseiten bekannt gemacht und warnt Besucher vor möglicher Schadsoftware. Nach Angaben der Stadt sollen die betroffenen Seiten inzwischen wieder sicher sein.
Fast 24 Stunden lang hatten Cyberkriminelle schädlichen Code auf den Seiten duelmen.de, duelmen-marketing.de und duelmener-winter.de untergebracht. Diese Angebote werden täglich von mehr als 1.000 Menschen besucht. Wer zwischen Dienstagnachmittag, 6. Oktober 2026, und Mittwochnachmittag auf einer dieser Seiten war, sollte nach Hinweis der Stadt nun aufmerksam sein.
Offenbar nutzten die Angreifer eine Sicherheitslücke, um ein gefälschtes Skript einzuschleusen. Besucher sahen daraufhin ein sogenanntes Fake-Captcha. Es forderte sie auf, mehrere Tastenkombinationen einzugeben, angeblich um nachzuweisen, dass sie Menschen sind. Die Methode ist auch als „TerminalFix/ClickFix“ bekannt. Über dieses Fenster mit der vermeintlichen Sicherheitsabfrage wurde der schädliche Code verbreitet.
Wer der Aufforderung gefolgt ist, hat möglicherweise ein Problem: Die Angreifer könnten sich auf diesem Weg Zugang zu privaten Computern verschafft haben. Ein Sprecher der Stadt betonte, die städtischen Internetseiten verfügten nicht über derartige Abfragen.
Betroffene, die die angebliche Sicherheitsabfrage ausgefüllt und den Code eingegeben haben, sollten laut Stadt Dülmen unbedingt Sicherheitssoftware einsetzen und äußerst vorsichtig sein. Als Möglichkeit nennt die Stadt zum Beispiel Antivirus-Software. Weitere Hinweise enthält ein Leitfaden des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Wer zusätzliche Hilfe braucht, kann außerdem einen privaten IT-Dienstleister beauftragen.
Die Cyberkriminellen sollen eine Schwachstelle in einem Formular auf den städtischen Seiten ausgenutzt haben, um die Schadsoftware einzuschleusen. Mit Unterstützung eines IT-Dienstleisters sei inzwischen alles entfernt und neu abgesichert worden. Die Dülmener Verwaltung warnt nun auch andere Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.
Daten der Stadt Dülmen selbst haben die Angreifer nach einer ersten Einschätzung der Stadt wohl nicht erbeutet. Die Stadt will bei der Polizei Anzeige erstatten, sobald sie weitere Einzelheiten zum Angriff dokumentiert hat.