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NRW: Mutmaßliches Mitglied der Hackergruppe Qilin im Ausland festgenommen

Ermittler aus Nordrhein-Westfalen haben laut Landesregierung die Festnahme eines Mitglieds der russischen Hackergruppe Qilin im Ausland erwirkt. Landeskriminalamt und Zentralstelle Cybercrime hatten die Gruppe nach Angaben des NRW-Innenministeriums zuvor infiltriert und über Monate beobachtet. Innen- und Justizminister wollen am Nachmittag Details nennen.

AD HOC NEWS · 07.10.2026 · 13:37 Uhr

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KI-Illustration

Die Festnahme eines Mitglieds der russischen Hackergruppe Qilin im Ausland geht auf Ermittlungen aus Nordrhein-Westfalen zurück. Das teilte die Landesregierung mit. Das NRW-Innenministerium bezeichnete Qilin als eines der bekanntesten und aggressivsten Hacker-Netzwerke weltweit.

Nach Angaben des Ministeriums hatten Ermittlerinnen und Ermittler des Landeskriminalamtes und der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime die Gruppe zuvor infiltriert und über Monate hinweg beobachtet. Weitere Einzelheiten wollen der NRW-Innenminister und der NRW-Justizminister am Nachmittag bekannt geben. Die Landesregierung erklärte lediglich, dass die Festnahme im Ausland erfolgt sei.

Konkreter wird die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Danach handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Russen. Die japanische Polizei habe ihn bereits im Mai in Osaka festgenommen. Auf Ersuchen der deutschen Seite sei er am vergangenen Wochenende an deutsche Behörden überstellt worden.

Der Mann soll nach diesen Angaben hinter einem Ransomware-Angriff auf ein deutsches Logistikunternehmen stecken; die Verbindung wird auch in einem dpa-Bericht genannt. Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln Täter Daten oder legen IT-Systeme lahm und fordern anschließend häufig Lösegeld.

Qilin zählt zu den sogenannten Ransomware-as-a-Service-Strukturen. Dabei stellen die Betreiber Schadsoftware und Infrastruktur bereit, während angeschlossene Täter Unternehmen angreifen und die Beute teilen. Solche Gruppen verschlüsseln Daten, kopieren häufig zusätzlich vertrauliche Informationen und erhöhen den Druck mit der Drohung, diese zu veröffentlichen.

AD HOC NEWS verweist darauf, dass digitale Systeme für Logistikunternehmen besonders kritisch seien, weil Disposition, Lagerverwaltung, Lieferketten und Kommunikation eng verzahnt sind. Ein Ausfall könne daher Betriebsabläufe, Kundenbeziehungen und zeitkritische Transporte beeinträchtigen und bleibe nicht auf einzelne Computer begrenzt.

Der Fall zeige zudem, dass sich Cyberkriminalität national kaum verfolgen lasse, so AD HOC NEWS weiter. Tatverdächtige, technische Infrastruktur, Opfer und Beute könnten in verschiedenen Staaten liegen. Die Festnahme in Japan und die Überstellung nach Deutschland machten internationale Rechtshilfe zu einem zentralen Bestandteil solcher Verfahren.

Die Infiltration und die monatelange Beobachtung der Gruppe könnten den Ermittlern laut AD HOC NEWS Erkenntnisse über weitere Beteiligte, Angriffsmethoden und mögliche Opfer liefern. Für Unternehmen sei der Vorgang ein Hinweis darauf, dass Prävention, getrennte Sicherungskopien, Notfallpläne und eine schnelle Meldung von Angriffen nicht allein technische Fragen seien, sondern auch strafrechtliche Ermittlungen unterstützen könnten.

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