Bochum: Familie, Freunde und Fans nehmen Abschied von Ralf Richter
Im Dampfgebläsehaus der Bochumer Jahrhunderthalle findet die Trauerfeier für Schauspieler Ralf Richter statt. Sein Sohn Maxwell hat rund 200 Gäste eingeladen, die Presse bleibt draußen. Vor der Halle kommen trotz Kälte und Regen Hunderte Fans zusammen. Am Abend ist eine kostenlose Gedenkvorstellung von "Bang Boom Bang" geplant.

Mit einer Trauerfeier in der Bochumer Jahrhunderthalle nehmen Familie, Freunde und Fans am Samstag Abschied von dem Schauspieler Ralf Richter. Sein Sohn Maxwell hat die Feier organisiert und rund 200 Trauergäste ins Dampfgebläsehaus eingeladen. Richter starb mit nur 69 Jahren an der Lungenkrankheit COPD.
Die Feier selbst findet im kleinen Kreis statt, auch die Presse ist nicht zugelassen. Maxwell Richter sagte dem WDR, er freue sich dennoch über die Aufmerksamkeit der Fans und der Öffentlichkeit. Der Tod seines Vaters gehe ihm sehr nah, und gerade an diesem Tag komme das wieder hoch. Dass so viele Menschen gekommen seien, tröste ihn jedoch. Auch seinem Vater sei es wichtig gewesen, dass sich die Fans verabschieden können, denn er habe sie geliebt. Nach den Worten des Sohnes haben sie ihn erst zur Ruhrpottikone gemacht.
Vor der Halle versammeln sich trotz Kälte und Regen Hunderte Fans, um "Tschüss Ralle" zu sagen. Auf einem großen Bildschirm laufen Filmszenen mit Ralf Richter. Unter den Zuschauern ist Stefan Vollendorf, der mit seiner Freundin gekommen ist. Der frühe Tod des Schauspielers berührt ihn sichtlich. "Der is ein Junge von hier gewesen, genau wie ich", sagt er mit Tränen in den Augen.
Die Stimmung ist nach Eindruck der WDR-Reporterin vor Ort für eine Trauerfeier überraschend gut. Besucher ohne Einladung mischen sich draußen unter die geladenen Gäste, überall werden Geschichten über Ralf Richter erzählt. Fast jeder habe eine, heißt es, man schmunzele und staune und lasse "unseren Ralle" noch einmal aufleben.
Iris Kullmann zeigt auf ihrem Handy ein gemeinsames Foto mit dem Schauspieler. Sie habe ihn im Ruhr-Park in Bochum an seinem Imbissstand getroffen und ihn als richtig nett erlebt. Richter betrieb dort tatsächlich einen Imbissstand, den er im Stil seiner bekannten Filmrolle Kalle Grabowski aus "Bang Boom Bang" gestaltet hatte. Manchmal stand er selbst dort.
Drinnen gibt es bei der Trauerfeier Musik und Essen. Ein Gast sagt zum Kartoffelsalat, es sei etwas Ehrliches aus dem Ruhrgebiet. Ralf Richter mochte es demnach ehrlich. Unter den Anwesenden sind Claude-Oliver Rudolph und weitere Schauspielkollegen sowie Prominente wie die Hamburger Kiez-Größe Kalle Schwensen. Für die Fans vor der Halle ist das spannend zu sehen.
Einige Fans wollen den Tag am Abend gemeinsam im Kino ausklingen lassen. Im UCI-Kino im Ruhrpark läuft um 23 Uhr eine kostenlose Gedenkvorstellung von "Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding". Damit wollen sie Ralf Richter noch einmal ehren.