NRW HEUTEonline

Menschen. Themen. Perspektiven.

NRW

Dortmund: Knapp 40 asiatische Geschäfte in der Innenstadt

Innerhalb des Walls haben sich in kurzer Zeit viele asiatisch geprägte Läden angesiedelt. Laut Citymanager Tilmann Insinger gibt es dort knapp 40 solche Geschäfte, fast ein Drittel davon ist erst in den vergangenen anderthalb Jahren hinzugekommen oder eröffnet noch in diesem Jahr. Hintergrund ist ein weltweiter Trend rund um Popkultur und Lifestyle aus Korea, Japan und China.

tagesschau · 10.10.2026 · 05:00 Uhr

Artikelbild der Quelle zu: Darum wollen so viele Asien-Fans nach Dortmund
Bild aus der Originalquelle

Das Stadtbild der Dortmunder Innenstadt verändert sich: Innerhalb des Walls eröffnen immer mehr asiatisch geprägte Geschäfte, darunter Supermärkte, Restaurants und Spielwarenläden. Dahinter steht ein weltweiter Trend zu Popkultur und Lifestyle aus Korea, Japan und China. Nach Angaben des Dortmunder Citymanagements gibt es in der Innenstadt inzwischen knapp 40 asiatische Geschäfte.

Citymanager Tilmann Insinger spricht von einem klaren Trend. Fast ein Drittel der Läden sei in den letzten anderthalb Jahren dazugekommen oder eröffne noch in diesem Jahr. Der Hellweg zähle zu den zehn wichtigsten Einkaufsstraßen Deutschlands, sagt Insinger. Der Bereich „Asia“ sei längst keine Nische mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil der Dortmunder Innenstadt.

Wie groß die Begeisterung bei Fans ist, zeigt das Beispiel von Ramona B. aus Dortmund. Die 55-Jährige kam über ihre Tochter zur koreanischen Popmusik und ist seit Jahren ein großer Fan der weltweit erfolgreichen Band BTS. Bei Konzerten steht sie ganz vorn. Gemeinsam mit ihrer Tochter sammelt sie Alben, Merchandise und Accessoires für eine Fan-Wand im Zimmer der Tochter. Beide haben nach eigenen Angaben mehrere tausend Euro in ihr Hobby investiert.

Ihr Interesse an Asien reicht inzwischen über die Musik hinaus. Bislang reiste Ramona B. vor allem zu Fan-Events und Konzerten durch Deutschland, mittlerweile besucht sie auch Neueröffnungen von Geschäften. Viele Läden sprechen gezielt K-Pop-Fans an, etwa mit Musik oder Accessoires. Einmal pro Woche geht sie in ihren Lieblingsmusikladen „K-Idol“, der auf koreanische Popmusik spezialisiert ist. Für die Innenstadt wünscht sie sich noch mehr Auswahl, zum Beispiel bei Kleidung aus dem asiatischen Bereich.

Ein Beispiel für solche Neueröffnungen ist das koreanische Beauty-Geschäft „The Korner“ in der Thier-Galerie, das am 4. Juli eröffnet wurde. Neben Hautpflegeprodukten gab es dort auch Musik zu kaufen. Die Vermarktung in sozialen Medien und das Versprechen einer Geschenktüte sorgten früh für eine lange Schlange. Koreanische Kosmetik gilt neben der Musik als Exportschlager.

Geschäftsführer Won Chung zufolge war Dortmund für „The Korner“ ein idealer Standort. Die Nachfrage in Nordrhein-Westfalen sei sehr hoch, und auch aus der Community sei der Wunsch gekommen, dass das Unternehmen nach Dortmund kommt. Es ist die vierte Filiale in Deutschland nach München, Stuttgart und Frankfurt. Das Geschäft richtet sich vor allem an eine junge, weibliche Kundschaft und passt damit gut zum Konzept der Thier-Galerie.

Das Manga-Geschäft „Tokyo Heartbeats“ führt unter anderem Cosplay-Kleidung. Unter den asiatisch geprägten Läden ist es das erste, das über den Anmietungsfonds der Stadt gefördert wird. Das Programm bietet vergünstigte Ladenmieten für leerstehende Geschäfte an. Insgesamt tragen die vielen asiatischen Geschäfte zu weniger Leerstand in der Innenstadt bei. Das Milliardengeschäft mit K-Pop, koreanischer Kosmetik und asiatischen Lebensmitteln ist damit auch in Dortmund angekommen.

Als Adresse für Ostasien-Fans in Nordrhein-Westfalen dürfte Little Tokyo rund um die Immermannstraße in Düsseldorf wohl weiterhin gelten. Die große Auswahl an Geschäften in Dortmund bietet allerdings eine neue Alternative.

Bei tagesschau lesen ↗