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Schwache Rübenernte: Zuckerpreise könnten laut Agrarexperte steigen

Die Zuckerrübenernte fällt schwach aus. Laut Peter Kasten vom Rheinischen Rübenbauer-Verband liegt der Ertrag im Rheinland wohl 20 bis 25 Prozent unter dem Vorjahr. Agrarexperte Thomas Böcker von der Landwirtschaftskammer NRW erwartet, dass die Zuckerpreise bei Neuverhandlungen steigen dürften.

WELT · 18.10.2026 · 05:01 Uhr

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Zuckerrübenzucker ist in vielen Produkten enthalten, etwa in Backwaren, Fertiggerichten, Süßigkeiten oder Limonaden. Weil die Rübenernte schwach ausfällt, könnten manche Produkte um ein paar Cent teurer werden.

Nach dem Start der Zuckerrüben-Ernte stehen die Landwirte vor herben Einbußen. Im Rheinland liege der Rübenertrag laut Peter Kasten vom Rheinischen Rübenbauer-Verband wohl nur bei etwa 71 Tonnen pro Hektar. Das seien 20 bis 25 Prozent weniger als im Vorjahr, sagte Kasten der dpa in Bonn.

Gegenüber dem mehrjährigen Mittelwert lägen die Einbußen bei 15 bis 20 Prozent. Das Anbaugebiet der Verbandsmitglieder erstreckt sich von der Mosel in Rheinland-Pfalz bis nach Lüttich in Belgien, ins westliche Münsterland und ins Ruhrgebiet (Dortmund). Trockenheit und Hitze hätten den Rüben im Sommer stark zugesetzt, so Kasten.

Thomas Böcker von der Landwirtschaftskammer NRW spricht von einem sehr schlechten Sommer für Hackfrüchte wie die Zuckerrübe. Es sei zu trocken und zu heiß gewesen. Im Vorjahr sei die Ernte gut ausgefallen, woraufhin die Bauern deutlich mehr abgeliefert hätten als vorgesehen; ein solcher Spielraum nach oben sei in der Branche üblich.

Weil die Zuckerfabriken daraufhin ihre Vertragsvolumina reduzierten, hätten viele Landwirte ihre Rübenanbaufläche deutlich verkleinert. Dass auf dieser verkleinerten Fläche nun deutlich weniger Ertrag anfalle, treffe die Landwirte hart.

Nach den gesunkenen Zuckerpreisen der vergangenen Jahre könnten diese künftig wieder etwas anziehen. Am Markt liege der Preis für ein Kilo Rübenzucker, das von einer Zuckerfabrik an den Großhandel geliefert wird, derzeit bei etwa 50 Cent. Sobald es zu Neuverhandlungen zwischen den Fabriken und der Lebensmittelindustrie komme, dürften die Zuckerpreise ansteigen, so Böcker.

Kasten, der Geschäftsführer des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes, beschreibt, der Zuckersektor habe in den vergangenen Jahren einen gravierenden Preissturz erlebt, der zu nicht kostendeckenden Erlösen aus Rübenanbau und Zuckererzeugung geführt habe. Aktuell würden sich die Preise wieder festigen, weil das Zuckerangebot in der EU knapper werde.

Verbraucher im Supermarkt könnten im kommenden Jahr somit leichte Preissteigerungen spüren. Zucker steckt unter anderem in Süßigkeiten, Keksen oder Limonaden. Böcker schätzt, dass ein Glas Marmelade ein paar Cent teurer werden könnte. Unklar sei allerdings, wie Hersteller und Händler den Anstieg des Rübenpreises an die Verbraucher weitergeben.

Das Zuckerangebot werde sich in diesem Jahr so stark verkleinern, dass Böcker es wundern würde, wenn dies nicht auf den Preis eines Supermarktprodukts durchschlage.

Laut Statistischem Bundesamt werden in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr auf 49.000 Hektar Zuckerrüben angebaut, 8000 Hektar weniger als 2025. Den vorläufigen Zahlen zufolge hat Nordrhein-Westfalen damit hinter Niedersachsen die zweitgrößte Rüben-Anbaufläche in Deutschland. Der Vorsprung Niedersachsens ist allerdings groß: Dort kommen die Flächen auf 95.500 Hektar, also fast doppelt so viel wie in NRW. Auf Platz drei liegt Bayern mit 47.500 Hektar, auf Platz vier Sachsen-Anhalt mit 43.400 Hektar.

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