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Münster: Neue Rektorin Menzel-Riedl erkundet die Universität mit dem Rad

Susanne Menzel-Riedl leitet seit dem 1. Oktober die Universität Münster. Bei einer Radtour über das Hochschulgelände sah sie Sportanlagen, Großbaustellen im naturwissenschaftlichen Viertel, den Medizin-Campus, eine neue Bibliothek und die Petrikirche. Dabei sprach sie über Studium, Laufen und ihren Arbeitsweg.

Universität Münster · 07.10.2026 · 09:50 Uhr

Das Bild zeigt Rektorin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl und Pressesprecher Norbert Robers, die gemeinsam auf ihren Rädern vom Schloss wegfahren. Sie fahren direkt auf den Fotografen zu. Im Hintergrund ist die Hauptfassade des Schlosses zu sehen.© Uni
Bild aus der Originalquelle

Susanne Menzel-Riedl, seit dem 1. Oktober Rektorin der Universität Münster, hat die Hochschule zum Amtsauftakt auf dem Fahrrad erkundet. Begleitet wurde sie vom Autor Norbert Robers und dem Fotografen Johannes Wulf, wie die Universität in ihrer Unizeitung wissen|leben berichtet. Eine „Sportskanone“ sei sie nie gewesen, sagte Menzel-Riedl zu Beginn. Sie habe aber einen großen Bewegungsdrang. Auf der Tour trat sie kräftig in die Pedale, sodass die Gruppe zügig vorankam.

Münster und die Universität kennt die neue Rektorin bereits. Von 1996 bis 2002 studierte sie hier sowie im Senegal und in den USA Biologie, Pädagogik und Englisch. Nach der Promotion in Göttingen lebt sie seit 2010 wieder in Münster, seit fünf Jahren im Geistviertel unweit der Hammer Straße. 2008 nahm sie jedoch einen Ruf als Professorin für Biologiedidaktik an die Universität Osnabrück an und konzentrierte sich fortan auf die Arbeit dort. 2019 wurde sie dort zur Präsidentin gewählt. Da sich in Münster in den vergangenen Jahren vieles verändert hat, gab es für sie einiges zu entdecken.

Die Tour begann am Schloss und führte über die Hittorfstraße zum Horstmarer Landweg, kurz „HomaLa“, wo ein Großteil der Sportanlagen liegt. Mit Blick auf Rasenplatz und Tartanbahn legte die Gruppe die erste Pause ein. Menzel-Riedl, die aus dem Siegerland-Wittgensteiner Raum stammt, erzählte, dass sie im Schnitt zweimal pro Woche sechs bis acht Kilometer laufe. Auch auf Dienstreisen habe sie oft Laufschuhe dabei. Städte beim Laufen zu erkunden, gefalle ihr, noch lieber sei sie aber in der Natur unterwegs. Das könnte damit zusammenhängen, dass sie in einem kleinen Ort bei Bad Berleburg im waldreichen Rothaargebirge aufwuchs und dort bis zum Abitur 1995 blieb.

Anschließend ging es zum naturwissenschaftlichen Campus. Dort herrscht laut dem Bericht reger Baubetrieb mit Baufahrzeugen, Containern für die Bautrupps und vielen Arbeitern. In keinem anderen Viertel Münsters wird derzeit so viel gebaut wie zwischen Corrensstraße und Orléans-Ring sowie rund ums Coesfelder Kreuz. Dazu gehören ein Anbau für das MEET-Batterieforschungszentrum, ein Neubau der Physik und ein Forschungsbau für die Mathematik, das „Centre for Mathematics Münster“, dessen Arbeiten bereits weit fortgeschritten sind. Hinzu kommen mehrere teils hohe Neubauten für den Forschungscampus Ost der Universitätsmedizin. Viele dieser Projekte kenne sie, sagte Menzel-Riedl. Langsam mit dem Rad durchzufahren und fast an jeder Straßenecke eine Baustelle sowie neue Lehr- und Forschungsgebäude zu sehen, sei aber noch beeindruckender.

An der Wilhelm-Klemm-Straße unweit des Hörsaalgebäudes Chemie sprach die Rektorin über ihre Anfänge an der Universität. Nach einem Semester Rechtswissenschaften habe sie gemerkt, dass dieses Fach nicht zu ihr passe. Mit der Biologie als zweiter Wahl sei es anders gewesen: Das Fach habe sie von Anfang an sehr gern studiert, betonte die 50-Jährige. Sie habe viel Zeit investiert und sich die zusätzlichen Grundlagen in Chemie und Physik zum Teil hart erarbeiten müssen. Es sei aber großartig und lohnenswert gewesen. Am stärksten erinnert sie sich an die Mischung aus Naturwissenschaften, Pädagogik und Anglistik. Innerhalb weniger Stunden habe sie das Gefühl gehabt, in grundlegend verschiedene Welten einzutauchen.

Von der Albert-Schweitzer-Straße aus fuhr die Gruppe quer über den Medizin-Campus. Das weitgehend in sich geschlossene Areal umfasst zahlreiche Kliniken und Forschungsinstitute sowie die Bettentürme, hat wenig Autoverkehr und viele Fußgänger, darunter viele in weißen Kitteln. An ihrer vorherigen Station, der Universität Osnabrück, hatte Menzel-Riedl keine direkten Berührungspunkte mit einem Klinikum oder einer medizinischen Fakultät. Thematisch sei sie aber einigermaßen im Bilde, sagte sie. Als Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen habe sie häufig mit entsprechenden Themen zu tun gehabt.

Da in 45 Minuten der nächste Termin anstand, fuhr die Gruppe weiter. Den fast fertiggestellten „Campus der Theologien und religionsbezogenen Studien“ sah sie nur im Vorbeifahren entlang der Hüfferstraße. Am Juridicum besuchte sie die neue Bibliothek der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, das „Forum Oeconomicum“ mit „Learn Labs“ und gut 400 Arbeitsplätzen. Die Rektorin kannte es bisher nicht. Für zwei Minuten setzte sie sich dort an einen der Tische, mit Blick auf die Buchreihen, die sich über mehrere Etagen erstrecken.

Die letzte Etappe legte die Gruppe zu Fuß zurück. An der Petrikirche schlug Menzel-Riedl vor, hineinzugehen. Die Tür war offen. Die Kirche des ehemaligen Jesuitenkollegs gilt als Keimzelle der Universität. Menzel-Riedl verbindet mit der im 16. Jahrhundert errichteten Basilika zudem eine persönliche Erinnerung: 2012 heiratete sie dort ihren Mann Raphael Riedl.

Zurück am Schloss wartete die Gruppe am Schlossplatz an einer roten Ampel, während viele Radfahrer vorbeizogen. Sie freue sich sehr darüber, nun fast immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können, sagte die Rektorin. Über viele Jahre war sie als Dauerpendlerin auf die Deutsche Bahn angewiesen und fühlte sich dabei nach Darstellung der Unizeitung nicht selten im Stich gelassen. Inzwischen weiß sie genau, dass sie von zu Hause zum Schloss und zurück zwischen zwölf und fünfzehn Minuten braucht. Ihr Fahrrad ist übrigens ein Modell der Marke Gazelle.

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