NRW: 2.537 gemeldete Gewaltübergriffe durch Kita-Kinder im Jahr 2025
Den Landesjugendämtern in Nordrhein-Westfalen wurden 2025 laut WDR 2.537 Übergriffe durch Kinder in Kitas gemeldet, 2021 waren es noch 150. Als ein Grund gilt der Meldeeffekt. Eine Vertreterin des Evangelischen Kirchenverbands Soest-Arnsberg schildert Verletzungen bei Fachkräften.

In Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen werden zunehmend Gewaltvorfälle registriert. Nach Angaben des WDR meldeten Einrichtungen den Landesjugendämtern in NRW im Jahr 2021 insgesamt 150 Übergriffe durch Kinder. Im Jahr 2025 lag die Zahl bei 2.537. DerWesten bezeichnet die Entwicklung als alarmierend und schreibt, für viele Erzieherinnen, Erzieher und Kinder werde der Kita-Alltag zur Belastungsprobe.
Zu den Gründen für den Anstieg zählt der sogenannte Meldeeffekt. Kitas und andere Einrichtungen sind seit 2011 verpflichtet, Gewaltvorfälle an die Behörden weiterzugeben. Außerdem können Personalmangel, große Gruppen und hoher Druck Konflikte verschärfen.
Wie belastend die Lage teilweise ist, schilderte Ute Grebe vom Evangelischen Kirchenverband Soest-Arnsberg gegenüber dem WDR. Fachkräfte berichteten ihr zufolge häufig, es sei fast Alltag, dass ein Kind beiße, trete oder schlage.
Dabei bleibe es nicht, so Grebe. Man höre oft von ausgerissenen Haaren. Es habe bereits zerkratzte Gesichter gegeben, bei denen möglicherweise eine Narbe zurückbleibe. Auch Tritte in den Genitalbereich habe es gegeben. Zudem sei in die Brust gebissen worden, sodass Fachkräfte zum Gynäkologen gehen mussten. Grebe fügte hinzu, dass solche Vorfälle auch seelische Spuren hinterließen.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich viele Eltern angegriffen fühlen, wenn Fachkräfte sie auf aggressives Verhalten ihrer Kinder und auf Vorfälle ansprechen. Das erschwert den Umgang miteinander zusätzlich und hilft nicht, künftige Angriffe zu verhindern.