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NRW: Gasspeicher zu 60 Prozent gefüllt – Verbraucherzentrale rät zum Vergleich

Mit dem Kälteeinbruch in NRW steigt der Gasverbrauch, während die deutschen Gasspeicher historisch niedrig gefüllt sind. Nach Angaben der Bundesnetzagentur liegen sie bei etwa 60 Prozent. Ein Gasmangel im Winter gilt als äußerst unwahrscheinlich. Die Verbraucherzentrale NRW rechnet aber mit zunächst steigenden Preisen und empfiehlt, Anbieter und Tarife rechtzeitig zu prüfen.

tagesschau · 11.10.2026 · 05:07 Uhr

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Der Temperatursturz in NRW lässt den Gasverbrauch steigen. Zugleich sind die Gasspeicher in Deutschland und Europa derzeit so niedrig gefüllt wie nie zuvor. Regierung und Behörden versuchen zu beruhigen und erklären, um die Versorgung müsse man sich keine Sorgen machen. Für viele Mieter und Hausbesitzer bleibt dennoch die Frage, ob sie in einem sehr kalten Winter das Heizen einschränken müssen und ob der Gaspreis in den kommenden Monaten deutlich steigt.

Dass im Winter das Gas ausgeht, gilt als absolut unwahrscheinlich. Die Füllstände der deutschen Speicher liegen laut Bundesnetzagentur aktuell bei etwa 60 Prozent. Eigentlich sollten sie Anfang November im bundesweiten Durchschnitt bei rund 70 Prozent liegen. Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller bestätigte dem WDR, dass die Füllstandvorgaben zum 1. November absehbar nicht erreicht werden.

Das eingespeicherte Gas deckt allerdings ohnehin nicht den gesamten deutschen Winterbedarf, sondern ergänzt lediglich die laufenden Importe. Diese Lieferungen laufen weiter, obwohl Deutschland kein russisches Gas mehr bezieht und im Iran-Krieg die Straße von Hormus blockiert ist. Die Importe sind heute deutlich vielfältiger als vor dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022: Etwa zehn Prozent bestehen inzwischen aus Flüssiggas (LNG). Vor dem Krieg gab es kein einziges deutsches LNG-Terminal, mittlerweile sind es vier Standorte an Nord- und Ostsee. Müller sagte, Gasspeicher blieben wichtig, seien aber nicht mehr so bedeutsam wie noch vor einigen Jahren.

Sollte es dennoch zu einem Gasmangel kommen, würden private Verbraucher bevorzugt behandelt. Das regelt das Energiewirtschaftsgesetz.

Wie sich die Gaspreise in den nächsten Monaten entwickeln, ob sie steigen, gleich bleiben oder sinken, hängt nach Einschätzung von Christine Wallraf, Energiemarkt-Expertin der Verbraucherzentrale NRW, vor allem von drei Faktoren ab: dem weiteren Verlauf des Iran-Konflikts, dem Zeitpunkt der Öffnung der Straße von Hormus und der Strenge des Winters. Haushalte sollten sich laut Wallraf darauf einstellen, dass Gas zunächst teurer wird und es kurzfristig keine starken Preissenkungen geben wird.

Wer im Lauf des Jahres Endkundenpreise verglichen hat, dürfte bemerkt haben, dass viele Vertragsangebote im Sommer trotz des Iran-Kriegs merklich günstiger waren als jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit. Einen Vertrag kann man in der Regel schon Monate vor dem tatsächlichen Wechsel abschließen. Ein Anbieterwechsel kann sich nach Wallrafs Worten auch jetzt noch lohnen. Läuft der eigene Vertrag in ein bis zwei Monaten aus, solle man sich eher jetzt darum kümmern, um womöglich noch etwas Günstigeres zu bekommen als in zwei Monaten.

Wallraf nennt dafür zwei Gründe. Erstens entfalle nach der Mindestvertragslaufzeit die Preisgarantie, in die oft auch Boni für den Vertragsabschluss eingerechnet seien. Zweitens gelte der Jahreswechsel samt erstem Quartal als recht beliebter Zeitpunkt für Preiserhöhungen, weil sich dann häufig Netzentgelte oder Umlagen ändern und die Preise ohnehin angepasst werden müssten.

Um beim Wechsel merklich zu sparen, empfiehlt Wallraf Vergleichsportale. Dort findet man neben Anbietern und Tarifen mit Grund- und Arbeitspreisen auch die durchschnittlichen Preise einschließlich der Boni während der Mindestvertragslaufzeit. Damit lasse sich im Jahr einiges sparen. Man könne mit dem Filter spielen und prüfen, wie viel mehr Ersparnis ein Bonus bringe oder eben nicht.

Dabei ist aber Vorsicht geboten: Hinter einem günstigen Gaspreis inklusive Bonus steckt nach Wallrafs Angaben nicht selten ein hoher Arbeitspreis, der erst nach Ablauf der Preisgarantie spürbar wird. Wer wirklich sparen will, muss deshalb rechtzeitig kündigen und zum Ende der Mindestvertragslaufzeit, die in der Regel ein bis zwei Jahre beträgt, erneut wechseln.

Wem das zu aufwendig ist, kann laut Wallraf zumindest beim bisherigen Anbieter nach einer neuen Preisgarantie fragen. Kunden des örtlichen Grundversorgers sollten sich über dessen Tarife informieren, da es häufig mehr als einen gibt und womöglich ein passenderer als der bisherige darunter ist. Weitere unabhängige Informationen zum Gasanbieter-Wechsel bieten das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland, die Stiftung Warentest und das Ratgeber-Portal Finanztip.

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