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Gronau: Polarlichter färben Nachthimmel im Münsterland violett

In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind in Nordrhein-Westfalen Polarlichter beobachtet worden, bis ins Münsterland hinein. Über Gronau zeigte sich ein violetter Schleier. Auch aus drei weiteren Orten gibt es Aufnahmen von Beobachtern.

WDR · 11.10.2026 · 06:49 Uhr

Polarlichter leuchten über NRW | Video | Tn
Bild aus der Originalquelle

Aufmerksame Beobachter haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Nordrhein-Westfalen Polarlichter am Himmel entdeckt. Das Phänomen war bis ins Münsterland zu sehen. Über Gronau zog sich nach WDR-Angaben ein violetter Farbschleier über den Nachthimmel. Das Naturschauspiel folgte auf den starken Wetterumschwung zum Herbst.

Auch in Olfen, Oer-Erkenschwick und Gladbeck konnten Menschen die Lichter am Himmel verfolgen. Ihre Fotos stellten sie in sozialen Netzwerken ein.

Polarlichter entstehen durch das Zusammenspiel von Sonne und Erde. Die Sonne gibt nicht nur Licht und Wärme ab, sondern schleudert bei Eruptionen auch große Mengen Materie ins All. Fachleute nennen diese Teilchenströme Sonnenwinde. Sie bestehen aus Protonen und Elektronen und bewegen sich mit mehr als 300 Kilometern pro Sekunde durchs All. Manche Sonnenstürme erreichen sogar bis zu 2000 Kilometer pro Sekunde.

Trifft der Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde, wird der größte Teil der Teilchen um den Planeten herumgelenkt. Dabei kann Energie auf das Erdmagnetfeld übergehen. Ein Teil davon gelangt entlang der Magnetfeldlinien in Richtung der Polarregionen. Dort werden Elektronen beschleunigt und dringen in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein.

Stoßen diese Elektronen mit Molekülen der Atmosphäre zusammen, meist Sauerstoff und Stickstoff, werden die Moleküle angeregt und beginnen zu leuchten. So entstehen die Polarlichter.

Dass sie gerade im Herbst häufiger auftreten, liegt laut WDR an der Jahreszeit: Im Frühling und im Herbst stehen das Erdmagnetfeld und die Sonnenwinde geometrisch besonders günstig zueinander. Rund um die Tagundnachtgleichen lässt sich Energie vom Sonnenwind dann besonders wirksam auf das Erdmagnetfeld übertragen. Dieses Phänomen ist als Russel-McPherron-Effekt bekannt.

Der WDR stützt sich auf Fotos und eine Meldung von Nonstop-News, auf Social-Media-Beiträge sowie auf einen Bericht von „Planet Wissen“/SWR aus dem Januar 2024.

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