Länder planen bundesweiten In/Out-Tarif für Gelegenheitsfahrgäste im ÖPNV
Die Verkehrsminister der Länder wollen auf ihrer bevorstehenden Herbstkonferenz ein bundesweites Angebot für Gelegenheitsfahrgäste in Bussen und Bahnen auf den Weg bringen. Vorgesehen ist ein digitaler In/Out-Tarif, bei dem Fahrgäste per Smartphone ein- und auschecken. Nordrhein-Westfalen soll das Konzept gemeinsam mit Hamburg ausarbeiten.

Die Verkehrsminister der Länder wollen auf ihrer bevorstehenden Herbstkonferenz ein bundesweites Angebot für Gelegenheitsfahrgäste in Bussen und Bahnen auf den Weg bringen. Vorgesehen ist ein digitaler In/Out-Tarif, bei dem Fahrgäste per Smartphone ein- und auschecken.
In einer Beschlussvorlage ist ein Angebot für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter Geltung in Anlehnung an das Deutschlandticket vorgesehen. Ausarbeiten soll das Konzept Nordrhein-Westfalen, das den Vorschlag gemeinsam mit Hamburg eingebracht hat.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sagte, gelegentliche Nutzer sollten ebenso unkompliziert und zu fairen Bedingungen unterwegs sein können wie Vielfahrer mit dem Deutschlandticket. Nordrhein-Westfalen habe mit „eezy.nrw“ bereits gezeigt, wie ein solcher digitaler Tarif funktionieren kann.
Der digitale Tarif soll für jede Strecke automatisch den günstigsten Preis auswählen. Zusätzlich ist vorgesehen, den Monatsbetrag zu deckeln, sodass die Nutzung nicht teurer wird als mit einem Deutschlandticket.
Der geplante Tarif soll eine Lücke zwischen Einzelfahrschein und Deutschlandticket ansprechen. Das Deutschlandticket ist vor allem für regelmäßige Fahrten attraktiv, während Gelegenheitsfahrgäste bislang je nach Verkehrsverbund unterschiedliche Tarife, Geltungsbereiche und Verkaufswege beachten müssen.
Das vorgeschlagene In/Out-Modell würde den Zugang stärker an digitalen Verfahren ausrichten. Durch das Ein- und Auschecken per Smartphone ließe sich die Tarifwahl automatisieren und der günstigste Preis für eine konkrete Fahrt berechnen. Voraussetzung dafür seien jedoch eine verlässliche App, kompatible Systeme sowie eine klare Regelung zu Datenschutz, Kontrolle und Fahrten über Verbund- und Landesgrenzen hinweg.
Für Fahrgäste wäre ein einheitliches Angebot besonders bei spontanen Reisen über mehrere Verkehrsverbünde hinweg relevant.
Für die Länder stellt sich die Frage, wie Einnahmen verteilt und mögliche Mindereinnahmen ausgeglichen werden. Die Deckelung am Preis des Deutschlandtickets soll verhindern, dass Viel- oder Mehrfachnutzer durch den Einzeltarif schlechter gestellt werden.
Auf der Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz stehen außerdem die Reform der Trassenpreise und höhere Regionalisierungsmittel. Die Konferenz beginnt am Mittwoch im bayerischen Schwangau. Die Beratungen betreffen deshalb die finanzielle Grundlage des Nahverkehrs unmittelbar.
Ob ein bundesweit nutzbares Produkt entsteht, hängt von der weiteren Ausarbeitung durch Nordrhein-Westfalen, der Abstimmung zwischen den Ländern und einer späteren technischen Umsetzung ab.