1. FC Köln: Wagner fordert vor Gladbach-Derby Fortschritte bei Standards
Der 1. FC Köln kassierte in vier Spielen vier Gegentore nach ruhenden Bällen. Trainer René Wagner ließ in der Länderspielpause gezielt daran arbeiten und erwartet im Derby gegen Borussia Mönchengladbach eine Reaktion. Gladbach erzielte bisher nur ein Standardtor, einen Elfmeter.

Der 1. FC Köln hat weiterhin große Mühe, ruhende Bälle zu verteidigen. Das war schon in der vergangenen Saison ein Problem und ist es laut Express auch in der laufenden. Vier Gegentore nach Standards in nur vier Spielen belegen das deutlich.
Als anschauliches Beispiel nennt der Express das Gegentor beim Hamburger SV. Dort hielt sich niemand an die getroffenen Absprachen, und Nicolás Capaldo konnte völlig frei zum Kopfball kommen. Im anstehenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach erwartet Trainer René Wagner nun eine Reaktion seiner Mannschaft.
Wagner erklärte, das Team habe an den Dingen gearbeitet, die ihn und die Mannschaft besonders gestört hätten. Wichtig sei, dass die Spieler mehr Sicherheit gewinnen. Sie wüssten um die Bedeutung des Themas, denn alles andere wäre aus seiner Sicht Blauäugigkeit. Das werde er nicht zulassen.
In der Länderspielpause ließ Wagner Standardsituationen ausgiebig üben. Anders als sonst fanden diese Übungen in öffentlich zugänglichen Einheiten statt. Der Trainer will damit auch ein Signal an sein Team senden. Dazu gehört, dass die Mannschaft nun ebenfalls am Nachmittag trainierte, weil sie mit höherem Fokus in diese Einheit gehen sollte. Wagner sagte, die Spieler spürten das, und er glaube, die Deutlichkeit sei für sie dadurch klarer geworden.
Für die Wahrnehmung von Problemen wählte Wagner einen Vergleich aus dem Alltag: Er sei erst einen Volkswagen Tiguan gefahren, dann einen Ford Kuga und fahre jetzt einen Ford Mustang. Wer ein bestimmtes Auto fahre, sehe es auch öfter auf der Straße. Ebenso falle einem bei bestimmten Problemen auf, wie häufig sie auftreten, auch im Training.
Einen ersten Effekt der Arbeit der vergangenen Wochen will Wagner bereits erkannt haben. Man habe sich gefragt, wo die Probleme lagen und wo man besser werden wolle. Inzwischen seien alle voll dabei, und die Griffigkeit sei zu erkennen, so der Trainer. Für das Derby formulierte er eine klare Forderung: Die Spieler müssten auch einmal ein Spiel ohne Gegentor nach einem Standard überstehen.
Gegen Gladbach bietet sich dem FC laut Express die nächste Gelegenheit, unangenehme Fragen zu diesem Thema künftig zu vermeiden. Der Express hält die Chancen statistisch für nicht schlecht, da Gladbach in der bisherigen Saison erst ein Tor nach einem Standard erzielt hat, und zwar per Elfmeter. Wegen der bekannten Kölner Schwäche könnten ruhende Bälle nach Einschätzung des Express für Gladbachs neuen Trainer Alexander Blessin trotzdem ein Ansatzpunkt sein.