Sabah-Trainer Dambrauskas: Trainerkarriere begann mit „Wer wird Millionär?“
Vor dem Champions-League-Duell mit Borussia Dortmund steht Sabah-Trainer Valdas Dambrauskas im Blickpunkt. Ohne Profikarriere als Spieler gewann er 2002 in Litauen bei „Wer wird Millionär?“ rund 1.000 Euro und zog damit nach London, um dort zu studieren.

Vor dem Champions-League-Duell mit Borussia Dortmund richtet sich der Blick auf die Trainerbank von Sabah FK. Dort steht Valdas Dambrauskas, dessen Werdegang so der Bericht ein beispielloses Kuriosum im europäischen Trainerzirkus darstellt. Der Aufstieg des aserbaidschanischen Meisters ist eng mit ihm verbunden.
Dambrauskas hat nach eigenen Angaben keine Karriere als Profispieler. Den Anstoß für seine Trainerlaufbahn gab ein Auftritt in der litauischen Ausgabe von „Wer wird Millionär?“ im Jahr 2002. Damals 25 Jahre alt, erspielte er 4.000 Litas, umgerechnet gut 1.000 Euro. Das entsprach damals in Litauen dreieinhalb Monatsgehältern.
Mit dem Geld zog Dambrauskas nach England, um an der London Metropolitan University Sportwissenschaften und Coaching zu studieren. Er erklärte, ohne Profikarriere habe er einen anderen Weg finden müssen. Der Gewinn habe ihm ein Ticket nach London und den Studienbeginn ermöglicht; der Betrag sei klein gewesen, habe sein Leben aber verändert, weil er damit in seinen Traum investieren konnte.
Um Studiengebühren und Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitete er jahrelang in Doppelschichten: Frühmorgens trug er Zeitungen aus, tagsüber betreute er Kinder in einem Kindergarten.
Parallel sammelte er im Londoner Amateurfußball erste Trainererfahrungen beim neuntklassigen Klub Kingsbury London Tigers sowie in Nachwuchsakademien im Umfeld von Fulham und Brentford. Über litauische U-Nationalmannschaften baute er sich nach und nach internationales Ansehen auf.
Mit dem FK Zalgiris Vilnius wurde er laut Bericht dreifacher litauischer Meister und gewann Pokal und Supercup; die Station ist in der Übersicht mit 2014 bis 2017 angegeben. Mit Ludogorez Rasgrad wurde er 2021 bulgarischer Meister und Supercupsieger. Mit HNK Hajduk Split gewann er 2022 den kroatischen Pokal, laut Bericht der erste Vereinstitel nach neun Jahren.
Seit 2025 ist Dambrauskas bei Sabah FK tätig. In seiner Debütsaison krönte er die Mannschaft auf Anhieb mit dem nationalen Double aus Meisterschaft und Pokal. Im Sommer führte er den Außenseiter durch vier Qualifikationsrunden; im Play-off-Rückspiel gegen Hapoel Be‘er Scheva gewann Sabah nach Verlängerung 5:2 und zog erstmals in die Königsklasse ein.
Vor dem Duell mit dem BVB warnt der 49-Jährige seine Mannschaft vor der Dortmunder Durchschlagskraft. Sie müssten alles geben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dass der BVB zuletzt eine kleine Torflaute hatte, sei für Sabah keineswegs eine gute Nachricht, sondern bedeute nur, dass Dortmund noch gefährlicher, wütender und motivierter auftreten werde.
Der als Sabah-Held bezeichnete Mickels sagte vor dem BVB-Duell, er müsse sich manchmal zwicken, dass er in der Champions League spiele.
Der Bericht sieht für Dambrauskas mit dem Duell gegen Borussia Dortmund einen Kreis geschlossen: vom Studenten, der sich seine Trainerlizenz mit Quizfragen und Zeitungsrouten finanzierte, bis zur größten Bühne des europäischen Spitzenfußballs.