Rheinderby am Sonntag: Gladbach als Schlusslicht, zwei Trainer im Fokus
Am Sonntag um 15.30 Uhr treffen der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach zum 101. Mal in der Bundesliga aufeinander. Gladbach reist als Tabellenletzter an. Alexander Blessin gibt sein Debüt als Trainer, Kölns René Wagner steht nach vier Punkten aus vier Spielen im Umfeld in der Kritik.

Das 101. Bundesliga-Duell zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach steht am Sonntag um 15.30 Uhr an. Für die Gladbacher, die als Schlusslicht der Tabelle in die Partie gehen, hängt viel vom Ausgang ab. Besonders im Blick stehen die beiden Trainer.
Alexander Blessin steht erstmals als Trainer der Borussia an der Seitenlinie und steht dabei unter maximalem Erfolgszwang. Auch René Wagner ist bei den Kölnern nicht unumstritten. Vier Punkte aus vier Spielen gelten im nervösen Umfeld des FC als zu wenig.
Das Rheinderby war in der Vergangenheit oft ein Endspiel für den Trainer. Schon früh befeuerte Hennes Weisweiler die Rivalität. Der gebürtige Kölner wollte als Trainer der Gladbacher am liebsten seinen Heimatverein schlagen. Eine Derby-Niederlage besiegelte später das Ende von Gerd vom Bruch, Jos Luhukay und Lucien Favre. Favre trat 2015 nach einem 0:1 in Köln selbst zurück.
Den umgekehrten Fall erlebte Eugen Polanski. Wie rp-online.de berichtet, qualifizierte er sich mit einem 3:1 im vergangenen November für den Posten des Cheftrainers.
Doch nicht nur Trainer, auch Spieler wurden in diesem Duell zu Helden. Günter Netzer erzielte im DFB-Pokalfinale 1973 nach seiner Selbst-Einwechslung das entscheidende 2:1. Bereits 1969 hatte er die Borussia mit drei Toren im Alleingang zum Sieg geführt. Später reihten sich Martin Max (1993) und Arie van Lent (2002) in diese Reihe ein. Van Lent benötigte für seinen Dreierpack nur 14 Minuten. Jupp Heynckes brachte es im Derby auf elf Treffer.
Auch andere Akteure prägten die Geschichte der Partie. Torwart Wolfgang Kleff bereitete der Kölner Offensive im Pokalfinale 1973 große Probleme. Uli Sude parierte 1984 beim 5:1 zwei Elfmeter. Granit Xhaka köpfte die Gladbacher 2015 in den Schlussminuten zum Sieg. Lars Stindl sicherte 2017 zehn Minuten vor Schluss den 3:2-Erfolg in Köln.
Blessin sieht im Derby eine Chance für sein Team. Es könne eine Initialzündung sein, die die Mannschaft nutzen wolle. Angreifer Robin Hack verweist darauf, dass ein positiv gestaltetes Spiel dieser Art schnell auf Fans und Umfeld überspringen und wieder Euphorie erzeugen könne. Das könne auch für die Wochen danach wichtig sein.
Ein Erfolgserlebnis könnte wie nach dem 3:1 in der vergangenen Spielzeit eine positive Welle auslösen und die größten Probleme der Gladbacher zunächst beenden. Wie unberechenbar das Duell ist, zeigte zuletzt das 3:3 im März. Es kostete den damaligen Kölner Trainer Lukas Kwasniok den Posten. Auf Gladbacher Seite überragte Jens Castrop mit zwei Toren und einer Vorlage.
Offen ist nun, wer am Sonntag zum Matchwinner wird und wer zur tragischen Figur.