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Zehn Jahre nach seinem Tod: Historiker sieht Manfred Krug weiter beliebt

Der Schauspieler und Sänger Manfred Krug, der am 21. Oktober 2016 in Berlin starb, ist nach dem Eindruck des Historikers Andreas Kötzing so prominent und beliebt wie vor seinem Tod. Krug war sowohl in der DDR als auch in der BRD erfolgreich.

MDR.de · 21.10.2026 · 03:00 Uhr

Artikelbild der Quelle zu: 10. Todestag von Manfred Krug: Warum der Schauspieler noch immer so beliebt ist
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Der Schauspieler und Sänger Manfred Krug ist am 21. Oktober 2016 in Berlin gestorben. Ein Beitrag des MDR beschreibt ihn bis heute als sehr beliebt; er gilt als charismatisch und bodenständig.

Schon in der DDR wurde Krug mit seiner authentischen und angepassten Art zum Publikumsliebling. Auch nach seiner Ausreise in den Westen war er erfolgreich.

Als Schauspieler und Sänger war Krug sowohl in der DDR als auch in der BRD tätig. Zu seinen Rollen gehörten Hannes Balla in „Spur der Steine“, König Drosselbart im DEFA-Märchenfilm und der Tatortkommissar Paul Stoever. Im geteilten wie im wiedervereinigten Deutschland war er vielseitig und beliebt.

Nach seiner Übersiedlung in die BRD konnte Krug seine in der DDR begonnene Karriere fortsetzen. Mit den Serien „Auf Achse“ und „Liebling Kreuzberg“ erspielte er sich ein Millionenpublikum.

Der Historiker Andreas Kötzing, der am Hannah-Arendt-Institut in Dresden zur DDR-Erinnerungskultur forscht, betonte bei MDR KULTUR, Krugs Beliebtheit dauere bis heute an. Er habe den Eindruck, Krug sei so prominent und beliebt wie vor seinem Tod. Krug sei nicht aus der Öffentlichkeit verschwunden; seine Filme seien weiterhin präsent und erfreuten sich vor allem bei einem etwas älteren Publikum nach wie vor großer Beliebtheit.

Die Rollen seien sehr unterschiedlich gewesen, doch Krug habe sie stets authentisch und nahbar gespielt, so Kötzing. Das Publikum habe seine Bodenständigkeit, sein Charisma sowie das Kantige und Eigenwillige in seinem Auftreten geschätzt. Krug sei als Schauspieler wie als Person authentisch, unangepasst, natürlich und unverstellt gewesen; das habe sich besonders bei den vielen Arbeiterfiguren gezeigt, die er spielte.

Krug wurde 1937 in Duisburg als Sohn eines Eisenhütten-Ingenieurs geboren. Zunächst absolvierte er eine Lehre als Stahlschmelzer, bevor er Schauspieler und Musiker wurde. Die charakteristische Narbe auf seiner Stirn stammt von einem Spritzer Stahl. Viele seiner Rollen seien nicht aufgesetzt gewesen, sondern kamen laut Kötzing ein Stück weit aus ihm selbst heraus.

In der DDR machte sich Krug ab den 1950er-Jahren als Schauspieler schnell einen Namen und spielte seine ersten Rollen in DEFA-Filmen. Zugleich nahm er Jazz-Schallplatten auf, die in der DDR ebenfalls beliebt und verbreitet waren.

Mit der Hauptrolle in Frank Beyers Film „Spur der Steine“ von 1966 hätte ihm nach Einschätzung Kötzings sogar der internationale Durchbruch gelingen können. Der Film wurde in der DDR jedoch verboten und erst 1989 aufgeführt. Laut Kötzing war das Verbot eine Zäsur in Krugs Biografie und ein erster Bruch in seinem Verhältnis zur DDR, auch wenn er weiterhin viele Rollen besonders im Fernsehen übernahm.

Nachdem auch sein Freund Wolf Biermann ausgebürgert worden war, siedelte Krug 1977 mit seiner Familie nach Westberlin über. In der BRD fasste er schnell wieder Fuß: Als Franz Meersdonk in der ARD-Serie „Auf Achse“, als Anwalt in „Liebling Kreuzberg“ und nicht zuletzt als Tatortkommissar erspielte er sich ein neues Publikum.

Kötzing hält es für bemerkenswert, dass diese Karriere in beiden Teilen Deutschlands so hervorragend gelungen ist. Für ihn gehört Krug zu den wenigen Künstlern mit einer starken gesamtdeutschen Ausstrahlung.

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