Schalke 04 nach Mainz-Pleite: Mulder und Karaman üben deutliche Kritik
Nach der 0:1-Niederlage gegen Mainz äußern Sportdirektor Youri Mulder und Kapitän Kenan Karaman deutliche Kritik am Team von Schalke 04. Trainer Miron Muslic betont dagegen den Entwicklungsprozess des Aufsteigers. Laut BILD steht der Klub knapp über dem Strich. Die kommenden Partien bezeichnet das Blatt als Wochen der Wahrheit.

Im Sommer hat Schalke 04 seinen überraschenden Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Nach Einschätzung von BILD war dieser Aufstieg verdient, Trainer Miron Muslic (44) und seine Mannschaft hätten einen überragenden Job gemacht. Nach der 0:1-Niederlage gegen Mainz ist die Euphorie jedoch einer Ernüchterung gewichen.
Zwei Niederlagen in Folge hatte Muslic in Deutschland bislang noch nicht erlebt. Nach sechs Spieltagen wartet Schalke zudem noch immer auf ein Tor eines Stürmers. Auch die Veltins-Arena wartet seit drei Partien auf den ersten Treffer von Schalke im eigenen Stadion.
Sportdirektor Youri Mulder (57) äußerte sich nach der Partie gegen Mainz deutlich: Seine Mannschaft sei ängstlich und viel zu lieb gewesen, es fehle ihr an Stabilität. Er wolle auf dem Platz Überzeugung sehen und finde, man dürfe sich Sorgen machen.
BILD bezeichnet Mulder als öffentliches Sprachrohr der Klubführung und hält es für kaum vorstellbar, dass er die Kritik unabgesprochen und unüberlegt geäußert hat.
Auch Kapitän Kenan Karaman (32) übte Kritik. Er sprach von dem schlechtesten Saisonspiel, von unterirdischem Zweikampfverhalten und schlampiger Spielweise.
Muslic reagierte deutlich zurückhaltender. Schalke sei weiterhin ein Aufsteiger, der sich in vielen Bereichen entwickeln und reifen könne. Man befinde sich in einem Prozess und müsse lernen.
Laut BILD ist die Rollenverteilung damit klar: Sportdirektor und Kapitän treten als Mahner auf, Muslic soll die Stimmung unter den Schalker Fans beruhigen.
Sportlich steht Schalke nach Angaben von BILD knapp über dem Strich. Einen Durchmarsch in die Champions League dürfe niemand erwarten.
Die nächsten Aufgaben bezeichnet BILD als Wochen der Wahrheit. Nach dem schweren Auswärtsspiel am Samstag in Köln (15:30 Uhr, Sky) folgen Partien gegen Leipzig, Hoffenheim und Stuttgart, Teams, die international spielen. Danach werde man bei Schalke mehr wissen.
Als nächstes Alarmsignal nennt BILD Sportboss Frank Baumann (50). Er halte sich gern im Hintergrund und spreche nach Spielen grundsätzlich nicht öffentlich. Sinngemäß habe er vor mehreren Monaten gesagt, dass er erst dann wieder auftauchen und reden werde, wenn die Hütte brenne.
BILD sieht derzeit nur einen Schwelbrand, den die Verantwortlichen noch löschen könnten, während Baumann nach Spielen weiterhin nicht zu sehen sei. Offen bleibe, wie lange das so bleibt. Sollte er sich öffentlich äußern, würde es nach Einschätzung des Blattes richtig ernst und ungemütlich auf Schalke. Aus dem Schwelbrand wäre dann ein offenes Feuer geworden.