NRW will Staatspreis 2026 an das Volk des Vereinigten Königreichs verleihen
Der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen geht 2026 zum 80. Geburtstag des Landes an die Bürgerinnen und Bürger des Vereinigten Königreichs. Es ist das erste Mal, dass die Auszeichnung an ein Volk geht. Verliehen werden soll sie im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres, wie die Staatskanzlei in Düsseldorf mitteilte.

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen zeichnet zu seinem 80. Geburtstag das Volk des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus. Der Staatspreis 2026 richtet sich damit an rund 69 Millionen Menschen. Nach Angaben der Staatskanzlei geht die höchste Auszeichnung des Landes erstmals an ein Volk.
Mit der Wahl wolle NRW die besondere historische Verbindung zu Großbritannien würdigen, teilte die Staatskanzlei mit. Diese Verbindung habe 1946 begonnen, als die britische Militärregierung das Land gründete. Zudem solle der Preis den Beitrag all jener Menschen anerkennen, die die Beziehung in den vergangenen 80 Jahren mit Leben gefüllt haben. Die Verleihung ist laut Staatskanzlei für den weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres vorgesehen.
Noch nicht geklärt ist, wer den Preis stellvertretend für das britische Volk aus den Händen von Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU) entgegennehmen wird.
Der britische Premierminister Andy Burnham (56) erklärte, er begrüße die Ankündigung mit großer Freude. Der Staatspreis 2026 werde den Bürgerinnen und Bürgern des Vereinigten Königreichs zuerkannt, um den 80. Jahrestag der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen zu würdigen. Burnham ist am Donnerstag zu Gast bei Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) in Berlin.
Wüst sagte, Nordrhein-Westfalen und Großbritannien teilten eine ganz besondere gemeinsame Geschichte. Was damals als politische Entscheidung begonnen habe, sei im Lauf der Jahrzehnte zu einer engen Freundschaft zwischen beiden Ländern und vor allem zwischen den Menschen geworden.
Die britische Militärregierung vereinte am 23. August 1946, gut ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die damaligen Provinzen Nordrhein und Westfalen. Die Maßnahme lief unter dem Namen „Operation Marriage“ (Operation Hochzeit). Ein Jahr später kam das Land Lippe hinzu.
Britische Soldatinnen und Soldaten sowie ihre Familien prägten in NRW über viele Jahrzehnte den Alltag. Heute leben dort rund 16.000 Britinnen und Briten. Hinzu kommen mehr als 350 Schul- und Städtepartnerschaften sowie rund 1800 britische Unternehmen.
Der Brexit habe die politischen Beziehungen verändert, nicht aber die tiefe Freundschaft, betonte Wüst.