Köln: TÜV Rheinland sieht im Führungsstil Hebel für psychische Gesundheit
Zum Welttag für psychische Gesundheit am 10. Oktober verweist TÜV Rheinland auf die Rolle von Führungskräften. Nach DAK-Zahlen gab es 2025 je 100 versicherte Beschäftigte 366 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Psychologin Iris Dohmen erläutert, wie Führung Belastungen früh erkennen und mindern kann.

Der Welttag für psychische Gesundheit am 10. Oktober markiert zugleich den Beginn der diesjährigen Woche der seelischen Gesundheit. Ihr Motto lautet "Miteinander statt nebeneinander - für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt". TÜV Rheinland nimmt den Anlass zum Hinweis, dass ein gesunder Führungsstil dazu beitragen kann, psychische Belastungen in Unternehmen zu vermeiden.
Welche Bedeutung das Thema für Betriebe hat, belegen laut TÜV Rheinland aktuelle Zahlen der DAK: Im Jahr 2025 entfielen auf 100 bei der Kasse versicherte Beschäftigte 366 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. Das waren 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Krankschreibung aus diesem Grund dauerte im Schnitt 34,2 Tage.
TÜV Rheinland nach eigenen Angaben unterstützt Unternehmen dabei, psychische Belastungen am Arbeitsplatz systematisch zu erkennen und ihnen vorzubeugen. Dazu zählen psychologische Beratung, Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen sowie Workshops und Trainings für Führungskräfte und Beschäftigte.
Eine gesundheitsorientierte Unternehmenskultur kann Betrieben nach Darstellung von TÜV Rheinland helfen, Belastungen ihrer Mitarbeitenden früh wahrzunehmen und gegenzusteuern. Die Auslöser seien vielfältig. Genannt werden private und familiäre Herausforderungen wie die Pflege von Angehörigen sowie berufliche Veränderungen wie Restrukturierungen oder die Einführung künstlicher Intelligenz (KI).
Iris Dohmen, Psychologin bei TÜV Rheinland, betreut dort Unternehmen und Organisationen bei psychologischen Fragestellungen. Nach ihren Worten behandeln die Workshops zum gesunden Führen mögliche Anzeichen psychischer Belastung, etwa Gereiztheit oder mangelnde Fehlertoleranz. Führungskräfte könnten so Veränderungen ansprechen und gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen suchen, die die Belastung verringern.
Zugleich werde Führungskräften vermittelt, die eigenen Grenzen zu erkennen. Laut Dohmen haben sie eine Vorbildfunktion im Unternehmen. Wer auf die eigene Gesundheit achte und zum Beispiel Zeiten der Nichterreichbarkeit einhalte, zeige den Beschäftigten, dass dieses Verhalten richtig und akzeptiert sei.
Ein weiteres Thema ist die Vielfalt in den Belegschaften. In Unternehmen arbeiten Menschen unterschiedlichen Alters mit verschiedenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Lebensentwürfen. Gelinge das Miteinander, könne diese Diversität laut Dohmen die Zusammenarbeit bereichern und das Arbeitsergebnis verbessern. Führungskräfte und Beschäftigte müssten dafür unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse anerkennen und einbeziehen.
Als einen Weg, Mitarbeitende mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zu verbinden, nennt Dohmen altersgemischte Teams. Sie helfen demnach, verschiedenes Wissen und praktische Erfahrung bestmöglich zu kombinieren. Damit sich junge und ältere Beschäftigte gleichermaßen wertgeschätzt fühlen, sei ein alterssensibler Führungsstil wichtig.
Auch bei Veränderungen im Unternehmen zeige sich laut TÜV Rheinland die Bedeutung eines guten, gesunden Führungsstils, etwa bei der Einführung von KI. Die Beschäftigten reagierten unterschiedlich: Manche freuten sich auf die Herausforderung, andere fühlten sich von der neuen Technik überfordert oder fürchteten um ihren Arbeitsplatz.
Dohmen betont, gerade in solchen Phasen sei es wichtig, Mitarbeitende mit ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement, aber auch mit ihren Fragen und Befürchtungen wahrzunehmen. Dafür brauche es eine Unternehmenskultur, in der Fehler und Unsicherheiten als Chance zur Verbesserung und zum gemeinsamen Lernen gelten. So könnten Unternehmen psychische Belastungen durch den Wandel verringern und die Zukunft gemeinsam mit den Mitarbeitenden gestalten.
Weitere Informationen zum Thema bietet TÜV Rheinland unter www.tuv.com/abo-psychologie an. Umfassende Auskünfte zum Angebot im Arbeits- und Gesundheitsschutz erhalten Unternehmen und Beschäftigte unter www.tuv.com/amd.
Die TÜV Rheinland Arbeitsmedizinischen Dienste (AMD) sind ein Tochterunternehmen der TÜV Rheinland Group. Sie betreiben bundesweit arbeitsmedizinische Zentren und beraten Betriebe zu Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Rund 840 Fachärzt:innen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Psycholog:innen, Arbeitsmedizinische Assistent:innen, Gesundheitsmanager:innen und Berater:innen arbeiten daran, Risiken und Gefahrenpotenziale in Unternehmen zu verringern und die physische wie psychische Gesundheit zu schützen. Nach eigener Darstellung zählen die AMD damit zu den größten Anbietern arbeitssicherheits- und arbeitsmedizinischer Dienstleistungen in Deutschland. Habe sich der Arbeitsschutz lange auf die technische Vermeidung von Arbeitsunfällen konzentriert, kümmerten sich die AMD heute zunehmend um ganzheitliche Prävention und Gesundheitsvorsorge.
Die TÜV Rheinland AG mit Hauptsitz in Köln versteht sich als einer der international führenden Prüfdienstleister und besteht seit über 150 Jahren. Mehr als 29.000 Mitarbeitende prüfen, testen und zertifizieren Produkte, Anlagen und Prozesse und schulen Menschen in zahlreichen Berufen. Sie arbeiten an 500 Standorten in gut 50 Ländern. Der jährliche Umsatz liegt bei rund 3 Milliarden Euro. Seit 2006 ist das Unternehmen Mitglied im UN Global Compact gegen Korruption und für mehr Nachhaltigkeit. Weitere Informationen gibt es unter www.tuv.com.
Für redaktionelle Fragen steht die Pressestelle von TÜV Rheinland unter der Telefonnummer +49 2 21/8 06-21 48 zur Verfügung. Aktuelle Presseinformationen sowie Fotos und Videos zu einzelnen Themen verschickt das Unternehmen auch per E-Mail über contact@press.tuv.com. Sie sind außerdem im Internet unter www.tuv.com/presse abrufbar.