NRW HEUTEonline

Menschen. Themen. Perspektiven.

NRW

Münster: Hausarzt rät Risikogruppen zur frühen Grippeimpfung

Die Grippeimpfung-Saison hat begonnen. Der Münsteraner Hausarzt Dr. Daniel Föll impft seit Ende September und folgt dabei den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Sie gelten für alle ab 60 Jahren sowie für jüngere Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Eine Impfung kann schon jetzt sinnvoll sein, weil der Schutz bis zu zwei Wochen braucht.

tagesschau · 11.10.2026 · 10:22 Uhr

Artikelbild der Quelle zu: Für wen sich die Grippeimpfung jetzt lohnt
Bild aus der Originalquelle

In der Hausarztpraxis von Dr. Daniel Föll in Münster werden Patientinnen und Patienten seit Ende September gegen Grippe geimpft. Der Allgemeinmediziner orientiert sich an den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und rät allen Menschen ab 60 Jahren zur Impfung. Jüngeren Patienten empfiehlt er sie, wenn sie an chronischen Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes leiden.

Auch wer viel Kontakt zu diesen Risikogruppen hat, kann sich impfen lassen und so andere mitschützen. Die Empfehlung gilt zudem für Menschen, die beruflich einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, etwa medizinisches Personal. Dazu zählen auch Beschäftigte, die im Job viel mit anderen Menschen zu tun haben.

Laut STIKO besteht für Personen mit erhöhtem Risiko die Gefahr eines schweren oder tödlichen Krankheitsverlaufs. Föll bezeichnet die Influenza als mögliche schwerwiegende Infektionskrankheit. Eine Impfung könne einen schweren Verlauf zumindest bis zu einem gewissen Grad abmildern oder ganz verhindern, sagt der Hausarzt.

Dennoch lassen sich seit einigen Jahren immer weniger Menschen gegen Influenza impfen. In der Saison 2024/25 waren es laut Robert Koch-Institut (RKI) nur 34,5 Prozent der Über-60-Jährigen.

Dass Hausärzte wie Föll schon jetzt viele Menschen impfen, hat einen Grund: Laut STIKO steigen die Grippefälle ab Ende September. Dem aktuellen Grippe-Wochenbericht des RKI zufolge nimmt die Zahl der Erkrankungen seit Mitte August kontinuierlich zu. Mitte September lag sie demnach „auf einem moderaten Niveau und weiterhin im üblichen Wertebereich“.

In der vergangenen Saison erreichte die Grippewelle laut RKI zwischen Ende November und Anfang März ihren Höhepunkt. Weil der Impfschutz bis zu zwei Wochen braucht, bis er aufgebaut ist, kann eine Impfung bereits jetzt sinnvoll sein.

Die STIKO empfiehlt generell, sich spätestens bis Mitte Dezember impfen zu lassen, um rechtzeitig geschützt zu sein. Wer diesen Termin verpasst, muss nicht bis zum nächsten Herbst warten. Auch eine spätere Impfung kann nach Angaben der STIKO sinnvoll sein, falls es zu Beginn des nächsten Jahres eine Grippewelle gibt.

Vor der Impfung werden die Patienten über den Impfstoff und mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. Anschließend wird die Einstichstelle am Arm desinfiziert. Der eigentliche Piks dauert nur wenige Sekunden, danach wird ein Pflaster aufgeklebt, und die Patienten können gehen.

Die meisten Menschen vertragen die Grippeimpfung in der Regel gut. Nach der Injektion können kurzzeitig Müdigkeit, leichtes Fieber sowie Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen auftreten. Die Einstichstelle kann vorübergehend schmerzen, gerötet sein oder anschwellen. Meist klingen diese Beschwerden nach ein bis zwei Tagen von selbst ab. Das RKI weist darauf hin, dass die Impfung keine Grippeerkrankung auslöst, da Totimpfstoffe keine Infektionskrankheiten hervorrufen können.

Wer zu einer Risikogruppe gehört und deshalb geimpft werden sollte, bekommt die Impfung in der Regel vollständig von der Krankenkasse bezahlt. Privat Versicherte müssen oft in Vorleistung gehen, die Kosten werden aber nachträglich erstattet. Viele Krankenkassen zahlen auch für Versicherte, die keiner Risikogruppe angehören, weshalb sich eine Nachfrage lohnt. Wer die Kosten selbst trägt, zahlt für Impfstoff und Impfung beim Arzt ungefähr 45 bis 60 Euro.

Bei tagesschau lesen ↗