Deutschlandticket light: Antrag laut BR von Tagesordnung genommen
Die Hamburger Verkehrsbehörde strebt ein sogenanntes „Deutschlandticket light“ für Gelegenheitsfahrende an. Laut Bayerischem Rundfunk wurde der Antrag für einen bundesweiten elektronischen Gelegenheitstarif bei der Verkehrsministerkonferenz per Mehrheitsbeschluss von der Tagesordnung genommen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen lehnte das Vorhaben ab, Sozialverbände begrüßten die Idee.

Die Hamburger Verkehrsbehörde strebt ein sogenanntes „Deutschlandticket light“ an. Nach der Vorstellung der Verkehrsminister von Hamburg und Nordrhein-Westfalen soll ein bundesweites Digital-Ticket für Menschen angeboten werden, die nur gelegentlich Bus und Bahn fahren oder für die das Deutschlandticket zu teuer wird.
Ab dem Jahreswechsel kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro pro Monat statt 63 Euro.
Bei dem Modell wird per Smartphone jede einzelne Fahrt erfasst. Am Monatsende wird der günstigste Tarif abgerechnet. Bei wenigen Fahrten entspricht der Betrag der Summe der Einzelfahrten; bei vielen Fahrten liegt er höchstens bei den 66,80 Euro des Deutschlandtickets.
In Nordrhein-Westfalen ist ein solches System unter dem Namen eezy.nrw bereits im Betrieb.
Eine bundesweite Einführung eines solchen Tickets ist damit vorerst vom Tisch. Laut dem Bayerischen Rundfunk, der sich auf Teilnehmerkreise der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau stützte, wurde der Antrag „Bundesweiter elektronischer Gelegenheitstarif“ per Mehrheitsbeschluss von der Tagesordnung genommen.
Als Begründung hieß es in dem Bericht, der Antrag sei zu kurzfristig vor der Tagung gestellt worden. Die Landesverkehrsminister wollen sich deshalb vorerst nicht offiziell mit dem Vorschlag befassen.
Die Idee wird kontrovers diskutiert. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hatte schon vor der Sitzung gesagt, für das Vorhaben sei kein Geld vorhanden. Schon jetzt fehlten Milliarden Euro, etwa für die Bestellung der Regionalzüge.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen lehnte das Vorhaben für ein Gelegenheitsfahrer-Ticket ab. Sozialverbände begrüßten die Idee dagegen im Sinne günstiger Mobilität auch für ärmere Bürger.