Gladbach nach sechs Niederlagen zum Saisonstart in der Kritik
Borussia Mönchengladbach hat die ersten sechs Bundesliga-Spiele verloren und steht ohne Punkte am Tabellenende. Nach dem katastrophalen Start geraten neben der Mannschaft auch die Vereinsführung und ihre Sparpolitik in die Kritik.

Borussia Mönchengladbach ist mit sechs Niederlagen aus den ersten sechs Bundesligaspielen katastrophal in die Saison gestartet. Mit null Punkten steht das Team am Tabellenende und hat damit den Negativrekord für den schlechtesten Saisonstart eingestellt.
Nach nur drei Spielen trennte sich der Verein bereits von Trainer Eugen Polanski. Auch nach den ersten zwei Spielen unter Alexander Blessin bleibt die Wende weiterhin aus.
Nach der Derbyniederlage gegen den 1. FC Köln unterlag Gladbach auch im Krisenduell am vergangenen Sonntag gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Wegen des katastrophalen Saisonstarts richtet sich die Kritik nun neben den Spielern auch gegen die Vereinsführung, darunter gegen Sportchef Rouven Schröder und dessen radikale Sparpolitik.
Laut Bild reagierte die Borussia im vergangenen Transfersommer auf einen Fehlbetrag von 3,9 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr 2025 mit großen Sparmaßnahmen. Gestandene Spieler wurden verkauft, Gehälter gekürzt und preisgünstige Alternativen verpflichtet. Durch ein Transfer-Plus von 16 Millionen Euro und Gehaltseinbußen von 10 Millionen Euro erzielte Gladbach im Sommer 2026 einen Überschuss von 26 Millionen Euro.
Nach Einschätzung des Beitrags bleibt jedoch der Eindruck, dass an den falschen Stellen möglicherweise zu viel gespart wurde. So ließ die Borussia den Top-Torjäger der vergangenen Saison, Haris Tabakovic, ziehen, weil sie die geforderte Ablöse von fünf Millionen Euro plus zwei Millionen Euro Gehalt nicht zahlen wollte. Als günstigere Alternative wurde Isac Lidberg geholt, der in sieben Pflichtspielen bislang nur einen Treffer erzielt hat.
Hinzu kommen Verletzungsprobleme: Jens Castrop, Tim Kleindienst und Franck Honorat standen zuletzt verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, sodass drei offensive Hoffnungsträger fehlten. Auch die Leihgabe aus Como, Nicolas Kühn, kam in dieser Saison wegen eines Muskelbündelrisses nur zu einem Kurzeinsatz am ersten Spieltag. Nach Einschätzung des Beitrags hätte eine großzügigere Transferstrategie im Sommer diese Probleme zumindest leichter auffangen können.
Ob Gladbach im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Verletztenlage nicht bald entspannen und keine ersten Punkte folgen, steht der Borussia laut dem Beitrag eine enorm schwierige Saison bevor. Die nächste Chance auf den Befreiungsschlag bietet sich am Freitagabend, wenn es auswärts gegen den Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart geht.